Es ist Tatsache, dass ein großer Teil unserer Lebensmittel verschwendet wird. Es ist auch eine Tatsache, dass wir mit wertvollen Ressourcen immer neue Dinge produzieren und diese oft nach einmaligem Gebrauch wegwerfen. Hilfe leisten kann die Fleischindustrie, in der aktuell ca. 46% der bei der Schlachtung anfallenden Bestandteile vernichtet werden. Der Fokus liegt auf den großen Mengen an Knochen, die mit modernen Verarbeitungstechniken dazu beitragen könnten, andere, schädliche Materialien zu ersetzen. Hierfür wurden Knochenmixturen entwickelt die unterschiedliche Eigenschaften aufweisen.
Kategorie: German Design Graduates
BetaWare
BetaWare ist ein Material aus Zuckerrübencellulose und Melasse, welches vegan und ehrlich kompostierbar ist. Es sind Beimaterialien der Zuckerherstellung, weshalb keine zusätzlichen Anbauflächen für den Waren-Konsum genutzt werden. Nach der Zwischennutzung kann das Material einem natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden. Durch eine intensive Recherche und eine Vielzahl an Versuchen wurde das Material entwickelt, dazu gehören auch erfolgreiche Spritzgussversuche. Gestaltet wurden Produkte, die vielseitig nutzbar sind und Verarbeitungsverfahren aufzeigen. Im Zusammenhang von resilienter, ehrlicher und nachhaltiger Gestaltung entstand ein zukunftsfähiger Gestaltungsansatz.
Lokke
Lokke ist ein Konstruktionsspielzeug aus Holz, das es Spielenden ermöglicht, sehr schnell stabile und große Konstruktionen zu erschaffen, die mit dem ganzen Körper erlebt werden können. Die Daten zu Lokke werden unter einer Open Source Lizenz veröffentlicht, sodass Spielende das System leicht mit ihrer eigenen Kreativität erweitern können.
Lokke soll in einem Mietsystem an Schulen und Einrichtungen verteilt werden.
Designing Utopia
Zukunftsforschung und Design – zwei Disziplinen, die in ihren Zielen nicht weit voneinander entfernt sind, zwei Themenfelder, deren Parallelen nicht deutlicher sein könnten und ein Ansatz der zur heutigen Zeit nicht relevanter sein könnte. Wie der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt schon sagte: „Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten.“ Diese Aufgabe fällt mehr und mehr Designer*innen in die Hände. Mittlerweile fließen diese beiden Kompetenzfelder in vielen Bereichen schon ineinander ein, doch profitieren sie ausreichend voneinander? In dieser Masterarbeit wurde untersucht, wie zwei Disziplinen voneinander profitieren und gemeinsam neue Werkzeuge schaffen können.
Raumgestalten
Hans Gugelot mit dem System M125, Fritz Haller mit USM Haller und das aktuellere System 180 haben es geschafft, zu ihrer Zeit hochmoderne Möbelsysteme zu entwickeln. Doch sind diese Systeme heute noch zeitgemäß? Ein immer größer werdendes Verlangen der Gesellschaft nach Individualismus und Nachhaltigkeit, verschiebt den Fokus auch in der Gestaltung. Heute stellen wir uns mit Hilfe von Online-Konfiguratoren individuelle Möbel zusammen und geben ihnen somit ein Stück unserer Identität. Doch diese Individualität findet ihre Grenzen in den Konfiguratoren.
Was geschieht, wenn wir den Nutzern die Möglichkeit geben, Ihre Ideen selbst zu verwirklichen? Die Problemstelle bei der Entwicklung eines guten Möbelsystems sind Ihre Verbindungspunkte und somit auch ihr höchstes Gut. Hier möchte ich mit der Fragestellung ansetzen, wie ein nachhaltiges Möbelsystem der Zukunft, welches primär aus einem Verbindungselement besteht, gestaltet werden kann.
GUM
Im Durchschnitt konsumiert jeder Deutsche 100 Kaugummis pro Jahr, wodurch sich ein Gesamtverbrauch von 8 Milliarden ergibt. Medienberichten zufolge kleben auf jedem deutschen Straßenquadratmeter rund 80 Kaugummireste, deren Entfernung je zwischen 1 – 3€ kostet. Die „Kaugummi-Base“, der Hauptbestandteil des Kaugummis, besteht überwiegend aus erdölbasiertem Kunststoff. Deshalb ist Kaugummi, wie andere Plastikprodukte, kaum biologisch abbaubar. Die Gewohnheit, Kaugummis einfach auf dem Boden zu entsorgen ist demnach folgenschwer und stellt eine Ressourcenvergeudung dar, die umweltschädigend und teuer ist. Aus diesem Grund wird Kaugummi in meiner Arbeit „Gum“ als wertvolles Rohmaterial zelebriert, aus dem neue Objekte entstehen. Zunächst wurden die Inhaltsstoffe des Kaugummis mit Hilfe des FTIR-Spektroskopie analysiert. Aus den hochwertigen Materialien der Kaugummiindustrie wurde dann Kunststoffrezyklat hergestellt und durch Modifikation und Extrusion weiterverarbeitet.
FourOne
Neue Zeiten, neue Möbel. Wir leben und arbeiten zu Hause und wenig Platz will gut genutzt sein. Die Kernqualität von FourOne ist, dass man auf unterschiedlichen Ebenen, verschiedene Positionen einnehmen kann und die organische und aufrechte Körperhaltungen so unterstützt wird. Kompatibel im Raum zielt es auf eine inspirierende Arbeitsatmosphäre ab.
Die Positionen werden beschrieben entlang der Höhen.
Erste Position oberste Ebene; aufrecht, konzipiert für einen angelehnten Stand
ermöglicht eine lockere zugewandte Haltung
bietet Konzentration
Zweite Position; mittlere Ebene, breite Sitzfläche mit Rückenfreiheit
geradliniger Stand ermöglicht maximalen Sitzspielraum
bietet Freiheit
Dritte Position; Schwerpunkt auf einer dynamischen Vorwärtsbewegung
mit Option des Anlehnens, Halt, eine verspielte Klarheit
bietet Auflockerung
Vierte Position; tiefste Ebene, neues Setting, aufrechte Rückenlehne, entspannter Sitz
bietet Flexibilität
Jede Position fördert eine andere Haltung.
STAY
Dieses Produkt ist eine Skulptur aus Beton und zugleich ein Draußenmöbel, welches auf Wiesenflächen im Park positioniert wird. STAY funktioniert als Raumtrenner und kreiert einen Bereich, innerhalb dessen die Parkbesucher*innen die Zeit in der Natur genießen können. Die beidseitig angewinkelten Seitenflächen bieten dem*der Benutzer*in eine bequeme Rückenlehne.
Nach COVID-19
Nach der Epidemie werden wir nicht immer Masken tragen, aber unser Hygienebewusstsein wird bestehen bleiben. Um eine gesundheitsfördernde Lebensumgebung und einen gesünderen Lebensstil zu schaffen, habe ich drei Produkte aus verschiedenen Perspektiven entworfen: eine Comicfigur als Seifenspender, eine Sterilisationsbox für Zahnbürsten und einen Smartphone-Sterilisator mit Pomodoro-Technik.
Cardboard Works
Die Maschine schneidet, falzt und bemalt Karton und Papier. Da Kartonage zum Versenden und Verpacken genutzt wird, ist sie fast überall verfügbar und könnte zu großen Mengen lokal weiterverarbeitet werden, ohne in einen ressourcenverbrauchenden Recyclingkreislauf eingeführt zu werden.
Cardboard Works ist als Startpunkt gedacht. Alle Pläne sind Open Source und die Maschine ist in zwei Tagen zu bauen. Alle Teile, welche nicht im Baumarkt um die Ecke zu finden sind, können mit einem 3D Drucker hergestellt werden.
Die drei Werkzeuge: Cutter, Falzrolle und Stift können über ein Open Source CNC Programm gesteuert werden. Da die Maschine klein und auf Rollen ist, kann sie an verschiedensten Orten in der Stadt zum Einsatz kommen und ist eine Werkstatt zum Mitnehmen. Der entwickelte Hocker und Papierkorb sind ein Startpunkt für Produkte und Anwendungen, welche Lokal angepasst und entwickelt werden können.