Freezing of Gait ist eine belastende Bewegungsblockade, die bei bis zu 80% aller Parkinsonerkrankten auftritt. Sie beschreibt das Gefühl am Boden festzukleben, trotz der Absicht zu gehen. NIEE ist ein elegantes, unaufdringliches Hilfsmittel, um diese Blockade zu lösen. Ohne zusätzliche Therapien, ohne stigmatisierende Hilfsmittel und Methoden. Beidseitig anwendbar wird die Manschette unter der Kniescheibe getragen. Ein Ring am Zeigefinger fungiert als Auslöser. Bei seiner Betätigung gibt die Manschette einen elektrischen Impuls an die Patellarsehne ab. Durch die Kontraktion des Muskels kann der Weg ungehindert weitergeführt werden.
Kategorie: industrial design
From A to B
Unsere Städte sind im Wandel hin zu klimafreundlichen lebenswerten Orten. Dies bedarf neuer Formen sozial gerechter und ökologischer Mobilität. Mit OTO haben wir ein elektrisches Kleinfahrzeug spezifisch für die Nutzung mit Sharing-Plattformen entworfen. Die zentrale Idee war ein für alle zugängliches, sicheres, günstiges und agiles Mobilitätsmittel. OTO schließt Lücken im städtischen Mobilitätsnetz und ermöglicht Bürger*innen die Ersparnis des privaten PKWs. OTO ist leicht, sparsam und lädt sich selbst über Sonnenenergie auf. OTO bringt Passagiere sicher, trocken und komfortabel ans Ziel. Große Scheiben und eine aufrechte Sitzposition ermöglichen ein weites Sichtfeld und Kommunikation auf Augenhöhe. OTOs geringe Masse und eine der Stadt angemessene Antriebsleistung machen den Verkehr sicherer. Das Dienstleistungskonzept sieht die Einrichtung von Mobilitätsstationen an Quartiersrändern vor: In den Quartieren können Flächen entsiegelt werden und es entsteht neuer Raum für Begegnung.
Sābu
Sābu ist ein modulares Geschirrsystem, dass die Aspekte des Servierens und des Aufbewahrens von Speisen miteinander verbindet. Der Entwurf setzt sich mit der gegenwärtig problematischen Esskultur und der daraus resultierenden Lebensmittelverschwendung auseinander, die prozentual zu 50% in
privaten Haushalten liegt. Der Entwurf greift die Methode des Meal Preppings als moderne Variante des Vorkochens auf. Dazu verbindet sie diese mit Tischkultur, um verloren gegangene Bezüge und Kompetenzen hinsichtlich von Auswahl, Zubereitung und Haltbarmachung von Lebensmitteln wieder herzustellen und mehr Achtsamkeit in der Esskultur zu fördern. Sābu kann klassisch als Geschirr genutzt werden, oder durch den verbindenden Silikonring zur Aufbewahren von Speisen dienen. Das Geschirrsystem setzt sich aus vier Schalen mit den Füllvolumen 250 ml bis 1000 ml und einem Teller zusammen und ermöglicht über variable Kombinationsmöglichkeiten einen individuellen Gebrauch.
Blend
Unseren Wohnräumen wird immer mehr abverlangt. Diese können nicht so flexibel auf verschiedene Nutzungs- und Wirkungsräume eingehen, für die wir sie beanspruchen. Insbesondere durch die Corona Pandemie treten vermehrt Mehrfachnutzungen eines Raums im Wohnraum auf.
Über die Lichtfarbenveränderung von Blend, kann ein Raum beziehungsweise ein Platz in der Wohnung flexibel den Bedürfnissen und der nötigen Raumwirkung angepasst werden. Durch das analoge Drehen der gefärbten Glasröhre verändert sich die Farbtemperatur des Lichtes und gibt so unterschiedliche, dem Nutzungsraum angepasste Lichtfarben wieder. Um möglichst natürliche Lichtwirkungen zu erzeugen ist der Farbverlauf auf dem Glas an die Kelvin-Werte des Sonnenzyklus eines Tages angelehnt.
Parachno
Diese Orthese entstand aus der Suche nach einem Mehrwert durch Personalisierung im Kontext parametrischen Designs und neuer computergestützter Fertigungstechnologien. Sie ist aus einem selbst entwickelten elastischen 3D-Perlengewebe hergestellt, das mit nur zwei Grundelementen eine enorme Bandbreite an Möglichkeiten bietet. Ihre Plastizität lässt sich durch die Variation der Form und Anordnung der Perlen, sowie der Elastizität und Flussrichtung der eingebrachten Sehnen, gezielt steuern. Dieses Prinzip wurde in Modellen und Nutzer*innentests untersucht und in einen Algorithmus übersetzt, mit dem die Struktur und ihre Eigenschaften entsprechend der individuellen Anatomie und Konstitution berechnet werden. So können die Bewegungen des Armes entlang der Muskulatur auf natürliche Weise beim täglichen Training oder aber auch bei der Rehabilitierung nach Schlaganfällen und anderen Verletzungen gezielt erleichtert oder erschwert werden. Zudem macht der Algorithmus robotergestützte Fertigung denkbar.
URBAN CARGO FLOW
Urban Cargo Flow ist ein Konzept, das sich mit dem Transport von Waren in der Stadt beschäftigt.
Im Konzept findet der Großteil des Warentransports in unterirdischen Zügen statt. Durch diese Verlagerung des Warentransports entstehen Freiräume an der Oberfläche. Urban Cargo Flow umfasst zwei Zugtypen: Der Urban Container Freighter kann zwei Frachtcontainer laden (Europalette mit 1 m Ladehöhe). Das Rotation Load Vehicle ist eine besonders flexible Lösung für die schnelle Auslieferung von Kleinfracht (max. 24 Pos. 60x60x30 cm). Beide Züge sind aerodynamisch optimiert und für die autonome Operation ausgelegt. Ergänzt wird das Projekt durch standardisierte Frachtcontainer (Smart Freight Container), und Surface Shuttles (flexible Transportvehikel für die Oberfläche), sodass eine End-to-End-Lösung für den Warentransport in der Stadt entsteht.
Papier und Licht
FLYING PAPER ist eine poetische und ehrliche Pendelleuchte.
Wie ein fliegendes Papier im Wind hängt sie im Raum. Wenige und pure Materialien lassen offen und ehrlich erkennen, wie Papier und Licht miteinander verbunden sind. Die Leuchte strahlt an die Decke und das Licht wird diffus in den Raum verteilt.
Am Anfang des Projektes stand die Frage: Wie kann eine Leuchte für immer kleiner werdende Ballungsräume und knapper werdende Rohstoffe aussehen?
Der Rohstoff Papier ist eine Basis für den Entwurf, weil er ein leichtes Gewicht hat, einfach zu verarbeiten, zu produzieren und leicht lichtdurchlässig ist. Die LED ist die zweite wichtige Komponente, weil sie sehr klein, kompakt und effizient ist und damit kleinere und leichtere Bauformen von Leuchten zulässt.
FLYING PAPER kombiniert das einfache, alltägliche und warme Material Papier mit der technischen und kühl wirkenden LED. Dabei kommt die reine Leuchte mit lediglich zwei Komponenten, Papier und LED aus.
Persönliche Schutzausrüstung optimiert / Personal protective equipment optimized
Das Schutzausrüstungsset besteht aus einem Schutzanzug, der nahtlos an eine Gesichtsvollschutzmaske anschließt. Darunter kann eine Kühlweste getragen werden. Da die Hauptkontamination vorne stattfindet, befindet sich der Reißverschluss am Rücken und lässt sich an der Maske fixieren, um ein unerwartetes Öffnen oder Verrutschen zu verhindern. Die Vollgesichtsschutzmaske besteht aus einem Visier und einer Atemschutzmaske mit einer austauschbaren Filtermembran. Auf diese Weise kann die Filtermembran flach produziert und platzsparend transportiert werden. Es entsteht weniger Abfall und gleichzeitig wird weniger Platz für Lagerung und Transport benötigt. Auch der Overall und die Kühlweste sind mit einem optimierten Schnittmuster gestaltet, so dass bei der Produktion Material eingespart werden kann. Durch das Tragen einer Kühlweste kann nicht nur die Körpertemperatur reguliert werden, sondern auch die Konzentration und die Tragedauer maximiert werden.
HIIVE
HIIVE bietet Honigbienen ein besseres Zuhause. HIIVE ermöglicht Imker*innen, ihre Bienen auf eine natürliche Art zu halten, indem das natürliche Verhalten der Apis Mellifera unterstützt wird.
Mit seinem Volumen und dem speziellen Mikroklima, dass sich an der Natur orientiert, ist HIIVE die erste industriell herstellbare Baumhöhle – das natürliche Habitat der Bienen.
Das Bienenhaus wird ausschließlich aus recycelten und natürlichen Materialien hergestellt. Zusammen mit der Integration von Sensoren und einer Companion App ermöglicht HIIVE eine nie dagewesene Art der artgerechten Bienenhaltung.
Bei der gesamten Entwicklung wurde der Fokus auf einen Human-Animal-Centered Design gelegt. Herausgekommen ist das perfekte Zusammenspiel aus Ansprüchen, die die Honigbiene an ihren Lebensraum stellt und der Bedienbarkeit und Ergonomie für den/die Imker*in.
Dimora
Es gibt Gegenstände, die schnell zu Lieblingsobjekten werden und solche, zu denen wir eher eine negative Bindung haben. Der Wäscheständer ist ein Objekt, welches selten wertgeschätzt wird. Dabei steht er durchschnittlich drei Tage die Woche in der Wohnung. Durch gezielte emotionale Gestaltung wurde ein Wäscheständer konstruiert, welcher als Möbelstück nun Teil der Wohnung wird und so aus der Verbannung zum Vorschein tritt. Mit einer Kleiderstange und Ablagemöglichkeiten für getragene Kleidung, erlangt er seine dauerhafte Daseinsberechtigung.
Ausgangspunkt meiner Thesis war die Frage, ob und wie man mittels Emotionen einen nachhaltigeren Handel erzielen kann. Wir entsorgen Objekte weit vor ihrer tatsächlichen Obsoleszenz. Als entscheidender Faktor wird die fehlende oder bestehende positive emotionale Bindung zum Objekt gesehen und untersucht. Mit dem dafür exemplarischen Entwurf von “Dimora”, soll eine emotionale Beständigkeit erlangt werden, damit er viele Jahre in Gebrauch bleibt.