Sôritês

„Sôritês – Die Modulation einer Unbestimmtheit“ beschäftigt sich mit dem Rohstoff Sand und erforscht mittels einer konstruierten Apparatur die Wesensart und Gestaltungsmöglichkeiten dieser endlichen Ressource.

Die aktivierte Apparatur ermöglicht es dem/ der Betrachter*in, in die visuelle Erforschung des Rohstoffes einzutauchen und sich mit dem entstehenden Prozess auseinanderzusetzen. Der Sand fungiert hier sowohl als Antrieb, als auch als gestalterisches Element und erzeugt bei jeder Nutzung neue, nicht wiederholbare, visuelle Ausformungen. Die Frage nach einer adäquaten Sandmenge in Abhängigkeit zur Dauer der aktivierten Apparatur, steht hierbei im Mittelpunkt und sensibilisiert den/ die Betrachter*in zu einer angemessenen Ressourcennutzung und Auseinandersetzung mit dem Rohstoff Sand.

Die Farbe Weiß?

Das Projekt ist die gestalterische Umsetzung einer vorhergehenden Theoriearbeit, die als Enzyklopädie der Farbe Weiß behauptet, dass Weiß eben dies, eine Farbe ist, die entgegen Annahmen universeller Farbwirkung nie neutral, unbeschrieben und rein sein kann. Als Materialisierung ausgewählter Begriffe zwischen Optik, Kulturtheorie und Kognition erforschen die Gewebe inwieweit es nicht die Farbe Weiß gibt, sondern ihre Mehrfarbigkeit im Monochromen abhängig von Kontext, Raum, Licht, Tages- und Jahreszeit stets neu entworfen werden muss. Sie arbeiten mittels konkurrierender wie komplementierender Parameter von erstens Materialbeschaffenheit und Farbwirkung, zweitens Transparenz, Mehrlagigkeit und Schussdichte, drittens Bindung und Gewebestruktur sowie viertens Flächenwirkung und Rapport. In der praxisbasierten Erforschung weißer Polychromie im Gewebe werden so komplexere Interaktionen mit Farbe möglich, die als Beitrag neuer Diskurse interdisziplinärer Gestaltung wirken können.

Algorithmische Textile

Wie können Algorithmen im Designprozess so eingesetzt werden, dass Gestalter*innen die Kontrolle über die Qualität der Ergebnisse behalten, während der Computer zusätzliche Möglichkeiten aufzeigen darf? Mit dem Ziel, die Herausforderungen der Arbeit mit generativen Werkzeugen zu überwinden, wurde ein neuer Gestaltungsprozess formuliert. Dieser ermöglicht mit einer gezielten qualitativen Eingabe und der Option feiner Anpassungen eine qualitative Ausgabe.

In einem Experiment wurde durch die Eingabe des grafischen Musters im ,Wandbehang 1926′ der Textilkünstlerin Anni Albers mit einem Algorithmus neue Muster in einem ähnlichen Stil generiert. Eines dieser Muster wurde ausgewählt, um in diesem Wandteppich materiell dargestellt zu werden. Der Wandteppich ist selbst handgewoben am Webrahmen aus Baumwolle und Schurwolle. Es hat sich gezeigt, dass der Einsatz von Algorithmen im Designprozess nicht nur für Klarheit sorgt, sondern sogar neue gestalterische Möglichkeiten eröffnen kann.

Handmade with a Robot

Die Arbeit untersucht die Zusammenarbeit zwischen Menschen (die Handwerkerin) und Maschine (der Roboterarm) bei der experimentellen Keramikherstellung. Während die Handwerkerin sich durch ein hohes Maß an Flexibilität auszeichnet, liegt die Stärke des Roboterarms in Präzision und Ausdauer.  Das Kernexperiment ist ein „Rollentausch“: Roboter und Menschen stanzen wechselseitig Porzellanplättchen, legen diese aus und verkleben sie, um schuppenartige Keramikstrukturen zu bilden. Bei der Bewertung der Versuche, die zum Vergleich auch nur vom Menschen bzw. Roboter ausgeführt wurden, wird deutlich: Die Kollaboration spart Zeit bei der Programmierung, erzeugt ästhetische Aspekte des Handgemachten und nutzt die Stärken beider Parteien optimal. Die erzeugten Keramikstrukturen verdeutlichen so das Spannungsfeld zwischen einer hochpräzisen, robotergeführten Fertigung und der gestalterischen Flexibilität im Handwerk.

Furtho

Die blau-hellblau Linien fließen von selbst in die kühne Ästhetik des Brutalismus. Furtho ist ein Objekt, das die skulpturalen Qualitäten von Textilien vereint. Die Grundform ist von den architektonischen Merkmalen des Brutalismus geprägt: der einfache Umriss, das Gewicht der Masse, die Kombination quadratischer Teile, die ihre strukturelle Einheit, die eine kalte Stille offenbaren. Die begrenzte Anzahl der Stockwerke und die Stufen, die sie miteinander verbinden, erzeugen eine strukturelle Spannung und zeigen eine imposante Präsenz. Die verstreuten Fäden, warme, organische Assemblagen, kombiniert mit kalten geometrischen Formen, schaffen einen frischen Kontrast, Harmonie und eine fesselnde visuelle und taktile Erfahrung. Die frei fließenden Assemblagen von Linien zeigen die Möglichkeiten der malerischen Komposition auf, erweitern aber auch ihre Rolle, indem sie durch Furtho bietet durch die Kombination von Textil und architektonischer Struktur endlose skulpturale Möglichkeiten.

Verformung unter Druck

Inspiriert von dem Phänomen, dass sich weiche Materialien nach dem Pressen verformen, erforscht das Projekt Spannung und Verformung und verbindet sie mit der Funktion des Produkts.  Die Lampen sind aus recycelbarem TPU-Material hergestellt. Der aufgeblasene Lampenkörper wird von vier Aluminiumringen festgehalten. An jeder Stelle, an der die Ringe befestigt sind, bildet sich durch den Druck ein Gelenk, das dem höhenverstellbaren Gelenk einer traditionellen Tischlampe an ihrem Mast ähnelt. Die gesamte Struktur wird von dünnen Edelstahlseilen gezogen, die Höhe der Leuchte kann durch einfaches Ziehen der Leuchte von Hand frei eingestellt werden, ohne dass eine traditionelle mechanische Struktur erforderlich ist. Das Edelstahlseil dient auch der Stromversorgung der COB-Lichtquelle. Dank der niedrigen Spannung (12 V) sind die Kabel für den menschlichen Körper unschädlich. Die Luft in der Lampe kann abgelassen werden, so dass sie sehr klein zusammengefaltet werden kann, was die Lagerung und den Transport erleichtert. Durch dieses Projekt erforsche ich eine andere Möglichkeit von Lampen in Bezug auf Material, Struktur und Form.

Nr. 567

Das Projekt „Nr.567“ beschäftigt sich mit der Herstellung eines Sitzmöbels aus dreidimensionalen Geflechten. Ziel war es, durch die Kombination der 5-, 6- und 7-eckigen Flechtstrukturen die Gestaltung der Flächen zu kontrollieren und eine sich selbst tragende Struktur zu entwickeln.

Das Ergebnis der Forschung ist ein Sessel und ein dazugehöriger Fußhocker. Beide Objekte bestehen aus den drei unterschiedlichen Flechttechniken und verdeutlichen die Potenziale dreidimensionaler geflochtener Strukturen.

Gestaltungszentrale Politik

Die „Gestaltungszentrale Politik (e.V.)“ ist das Ergebnis einer andauernden Auseinandersetzung mit dem Gestaltungsverständnis von Politik aus der Perspektive des Designs im Rahmen meines Studiums und dem Abschluss an der HFBK Hamburg. Beginnend mit einem theoretischen Diskurs über die Eigenheiten beider Welten, hinzu praktischen Begleitungen bei der täglichen Arbeit von Abgeordneten, entstand das Bild eines sehr ergebnisfixierten Gestaltungsverständnisses in der Politik. Als praktische Intervention will die Initiative Schaffensprozesse in der Politik explorativer verstehen und unterstützt dafür Mandatsträger*innen bei entsprechenden Vorhaben. Die Grundlage für diese Arbeit ist die Erfassung und Aufklärung darüber, wie Politik überhaupt gestaltet. In zwei Pilotprojekten arbeitet die Initiative bereits mit Bundestagsabgeordneten und der Politikwissenschaft zusammen.

Die Initiative ist ein unkommerzielles und überparteiliches Angebot, das sich an demokratische Akteur*innen wendet.

A: 4, 6

Die Arbeit „A:4, 6“ ist eine experimentelle Untersuchung eines zweidimensionalen Ordnungssystems in einem dreidimensionalen Kontext. Ergebnis dieser Arbeit ist ein modulares Möbel für den Raum, welches der Norm „DIN 476“ zugrunde liegt, sowie die Dimension der Materialstärke mit berücksichtigt. Der Entwurf repräsentiert ein Konstrukt materialisierter Gedanken und ist gleichzeitig die Schaffung von Bedingungen, die die Anwendung von Normen widerspiegelt. Das Experiment liegt darin, das bekannte Format der Papiergrößen aus der jahrhundertealten Historie und Entwicklung in neue Formen, Raster und Materialien in die Gegenwart zu übersetzen.

„How to Exhibit Experimental Design?”

Die Arbeit thematisiert das Problem der Ausstellbarkeit experimentellen Designs, das räumlich, zeitlich und sozial anders kontextualisiert ist als übliche Inhalte von Ausstellungen. Anstatt Projekte informativ-dokumentarisch nachzuerzählen, wird bei diesem Experiment für den Ausstellungskontext weiterreichende Auseinandersetzung mit extrahierten Aspekten und Themen der auszustellenden Projekte durch einen Medienwechsel erreicht. Die fünf Segmente der Audioarbeit nehmen Bezug auf fünf Projekte, die während der Studienzeit bearbeitet wurden. Eines der Segmente setzt sich beispielsweise auseinander mit den Themen Öffentlichkeit, Identität und der Sichtbarkeit kontextspezifischer Elemente, die sich aus dem Ursprungsprojekt eines performativ unter falschem Namen errichteten Denkmals ableiten. Die anderen Segmente behandeln auf unterschiedlichen Abstraktionslevels Themen wie Partizipation, Sound und damit verbundene Räume sowie die Arbeit von Designer*innen.