Knit Relaxation

Die Diplomarbeit „Knit Relaxation“ widmet sich Potenzialen textiler Membranen, wie sie in der Innenarchitektur und in der Architektur Anwendung finden. Dabei liegt der Fokus auf Konstruktionen, bei denen die Membran als Gestrick ausgebildet ist und mit computergesteuerten Strickmaschinen hergestellt wird. Behandelt wird die Frage, wie solche Strukturen unter Verwendung zeitgemäßer, digitaler Entwurfswerkzeuge zunächst skizziert und entworfen werden können. Weiterhin werden Möglichkeiten betrachtet, wie solche textilen Entwürfe in Fertigungsdaten übersetzt werden können.
Als praktisches Ergebnis dieser Auseinandersetzung ist der Prototyp einer Open-Source-Software entstanden: Mit “Cockatoo” können Strickmuster zur Fertigung auf CNC-Strickmaschinen von 3D-Geometrie abgeleitet werden. Die aufwändige Konstruktion der Strickmuster – ansonsten oftmals Masche für Masche manuell ausgeführt – wird dabei in großen Teilen durch geometrische sowie graphentheoretische Algorithmen automatisiert.

Papier und Licht

FLYING PAPER ist eine poetische und ehrliche Pendelleuchte.
Wie ein fliegendes Papier im Wind hängt sie im Raum. Wenige und pure Materialien lassen offen und ehrlich erkennen, wie Papier und Licht miteinander verbunden sind. Die Leuchte strahlt an die Decke und das Licht wird diffus in den Raum verteilt.
Am Anfang des Projektes stand die Frage: Wie kann eine Leuchte für immer kleiner werdende Ballungsräume und knapper werdende Rohstoffe aussehen?
Der Rohstoff Papier ist eine Basis für den Entwurf, weil er ein leichtes Gewicht hat, einfach zu verarbeiten, zu produzieren und leicht lichtdurchlässig ist. Die LED ist die zweite wichtige Komponente, weil sie sehr klein, kompakt und effizient ist und damit kleinere und leichtere Bauformen von Leuchten zulässt.
FLYING PAPER kombiniert das einfache, alltägliche und warme Material Papier mit der technischen und kühl wirkenden LED. Dabei kommt die reine Leuchte mit lediglich zwei Komponenten, Papier und LED aus.

Update for Future

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Relevanz Verbände – insbesondere aus dem Gestaltungsbereich – innerhalb der heutigen Gesellschaft besitzen und wie es möglich werden kann, dem dahinterstehenden ehrenamtlichen Engagement zu neuer Popularität zu verhelfen. Dabei spielen Kommunikationsstrategien und die visuelle Gestaltung von Verbandsinhalten und deren digital Platzierung wesentliche Rollen.

Motus

Der Wasserkocher Motus macht den zentralen Aspekt des Wasserkochers, das Erhitzen von Wasser, durch eine Formanalogie sichtbar. Diese wird über im Deckel befindliche Bimetallfedern realisiert, die sich durch den im Kocher aufsteigenden Wasserdampf ausdehnen und die runde Fläche des Deckels Stück für Stück nach oben drücken. Kühlt das Wasser ab, versinkt die Fläche wieder im Deckel. Dank seiner trichterförmigen Tülle kann Motus direkt unter dem Wasserhahn befüllt werden. Die gesamte Heiz- und Schaltereinheit ist leicht zugänglich und austauschbar. Das ermöglicht eine lange Nutzungsdauer und späteres Recycling.

Salato

AQUAPONIK EXPERIMENTIERKASTEN, BESTEHEND AUS SEEKIEFER UND GLAS, KONZIPIERT, UM KINDERN DAS KOMPLEXE SYSTEM NÄHER ZU BRINGEN

Cyanotypie

In der Arbeit werden mögliche Anwendungen der fotografischen Technik Cyanotypie im Produktdesign erforscht. Durch das Auftreffen von UV-Licht auf mit lichtsensitiven Chemikalien getränkten Textilien, entsteht das Pigment Berliner Blau. Als Grundlage dient eine sorgfältige Erforschung verschiedenster Fasern und Textilien, Chemikalien und Lichtquellen in Bezug auf das erzeugte Bild der Cyanotypie.
Beispielhafte, textile Entwürfe spielen mit den Themen Faltenwurf, Volumen oder Schatten. Sie werden so konstruiert, dass sie nicht nur als Leinwand für die entstehenden Muster dienen, sondern diese durch ihre Form gezielt beeinflussen.
Das Licht verzeichnet auf den textilen Produkten ihren eigenen Körperschatten und somit auch ihre Form während der Belichtung und schafft dabei abstrakte Erinnerungen. Hierbei wird das Licht als „Färbemittel“ verstanden.

Chitosan

Ziel meiner Arbeit ist es herauszufinden, welche Potentiale das Biopolymer Chitosan hat, um als zukunftsträchtiges Material einen bedeutenden Stellenwert für Design und Architektur einzunehmen. Um dieser Forschungsfrage nachzugehen, setzt sich die Arbeit aus verschiedenen Abschnitten zusammen: einem theoretischen, einem Materialexperimente- und einem spekulativen Abschnitt.
Die theoretische Auseinandersetzung ist der biologischen Zusammensetzung von Chitin bzw. Chitosan, den Materialquellen und den entsprechenden Gewinnungsverfahren gewidmet. Zusätzlich werden verschiedene Verarbeitungsmöglichkeiten und einige Einsatz- und Anwendungsfelder aufgezeigt. Der Materiallebenszyklus wird ausführlich auf seine Nachhaltigkeit geprüft.
Die Materialexperimente im darauffolgenden Abschnitt der Arbeit visualisieren die ästhetischen Qualitäten des Materials, welches in verschiedenen Konzentrationen, Farben, Mischungen und Kombinationen getestet wird. Konkrete Hinweise zu Chancen und Grenzen Chitos

Spaces

Die Arbeit „Spaces“ zeigt eine Möglichkeit auf, wie der Raum des Dazwischens neu gestaltet und interpretiert werden kann, um zwischenmenschliche Begegnungen zu ermöglichen. Hierfür entstanden ein Kubus, welcher die darin befindlichen Individuen separiert und zugleich verbindet. Personen können alleine oder gemeinsam hineintreten und einen informellen Raum erschaffen. Konzentriertes Arbeiten als auch hitzige Diskussionen können den Raum zu einem Dritten Ort verwandeln. Des Weiteren bieten die Hocker „Drop S“ und „Drop M“ eine Möglichkeit sich alleine zu setzen oder sich zu anderen Personen dazuzusetzen. „Drop L“ hingegen lädt mit seiner großen Sitzfläche zum kollaborativen Arbeiten ein. Es entsteht ein gewisses Gefühl von Schutz und Geborgenheit, welches eine heimische aber auch bekannte Stimmung erzeugt, die zum längeren Verweilen einlädt und das Umfeld vergessen lässt. Kleine Ablagen, wie der Tisch „Shell“ beziehungsweise die Regale „Wave“, ermöglichen es, mit ganzen Körpereinsatz zu diskutieren und zu arbeiten. Der Pflanzenständer „Coral“ verbessert durch den Einsatz von Pflanzen das Raumklima als auch die Luftqualität. Dies führt im Umkehrschluss zu einer verbesserten Lebensqualität der Personen im Raum und steigert deren Produktivität.
Couple_TB1 bildet für einen Großteil der vorweg erwähnten Möbel und Raumkonstruktionen die mögliche Verbindung. Im übertragenen Sinn bildet der geschaffene Raum auch Paare, welche zusammen neue Ideen generieren, neue Verbindungen aufbauen und kollaboratives Arbeiten konzentriert an einem Ort möglich machen. Die guten alten Orte, wie der Soziologe Ray Oldenburg Kneipen, Cafés und Friseure bezeichnet, die vor einigen Jahren noch Orte des regen Austausches waren, heute jedoch nicht mehr diesem Ideal gerecht werden können, könnten an einem neuen Ort wie dem hier entworfenen „Spaces“, die Grundgedanken dieser Orte wieder aufleben lassen. Küchenzurufe und die dadurch heranwachsenden Ideen könnten augenblicklich, an einem dafür vorgesehene Ort, besprochen werden.
Mein Entwurf zeigt eine Möglichkeit auf, wie ein solcher Raum gefüllt werden kann. Viel mehr jedoch ist es eine Art Baukasten für neue Räume und Objekte, welche das zwischenmenschliche Arbeiten und die daraus resultierenden Begegnungen ermöglicht.

Ein positiver Fußabdruck

Ziel meiner Diplomarbeit ist es, herauszufinden, wie der Produktlebenszyklus nachhaltiger, kreislauffähiger Sneakersohlen aus Naturkautschuk in Sri Lanka gestaltet werden könnte. Um dieser Forschungsfrage nachzugehen, baut sich die Arbeit in drei Teile auf: dem „IST-Zustand“, der „vermittelnden Ebene“ und der „spekulativen Ebene“.

Die Auseinandersetzung mit dem IST-Zustand bildet die Basis der Arbeit und umfasst einen entsprechenden Research, welcher die Komplexität und die Herausforderungen des Produktlebenszyklus analysiert sowie dessen ökologische und soziale Wirkungszusammenhänge untersucht.
Basierend auf dieser Untersuchung werden auf der „spekulativen Ebene“ mögliche Handlunspotentiale für nachhaltige Verbesserungen der Produktentwicklung ermittelt und aufgezeigt. Als Methode dient hierzu die Formulierung einer Utopie, die als Zukunftsentwurf Anhaltspunkte für Strategien und Lösungsansätze für die Gegenwart liefern kann. Indem die Utopie aktuell scheinbar Unmögliches als mögliche Realität darstellt, erweitert sie die Sichtweise auf die Gegenwart und fördert so innovatives Denken über gefestigte Grenzen hinaus. Die Utopie in meiner Arbeit setzt sich aus drei konkreten Szenarien zusammen. Diese Szenarien geben spekulative Antworten auf die Fragen: Wie könnte Kautschuk ökologisch und fair erzeugt werden? Wie könnten Kautschuksohlen kreislauffähig gestaltet werden? Wie könnten Kautschuksohlen in einen Kreislauf zurückgeführt werden?
Um solche fiktionalen Ideen ableiten zu können, bedarf es aber auch realpolitischer Sichtweisen, welche durch die „vermittelnde Ebene“ abgebildet werden. Sie bildet so die Schnittstelle beider Seiten und beleuchtet gegenwärtige Entwicklungen im Hinblick auf die Zukunft. Darüber hinaus erweitert sie den Blick über die in der Literatur gängigen Perspektiven, um individuelle praxisrelevante Perspektiven. Zu diesem Zweck wurde mit verschiedensten Akteur*innen, Expert*innen und Betroffenen gesprochen. Hierbei war besonders wichtig zu erfahren, wie die Interviewpartner*innen die Probleme der Gegenwart einschätzen, welche Schritte Sie innerhalb ihrer Station bereits unternehmen und wie ihr Blick auf die Zukunft ist.

Meine Diplomarbeit stellt so eine Betrachtung der nachhaltigen Produktentwicklung zwischen Fiktion, Innovation und Machbarkeit dar.