Velowall

Was hält viele Menschen in Städten davon ab, das Fahrrad im Alltag zu nutzen?

Oft fehlt es an sicheren Abstellmöglichkeiten – besonders in alten Stadtstrukturen ohne integrierte Fahrradparkplätze. Die Velowall ist meine Antwort auf dieses Platzproblem. Sie lässt sich wie ein Parklet auf einem Straßenparkplatz installieren und bietet auf der Fläche eines PKWs Platz für acht überdachte Fahrräder – mit erhöhtem Diebstahlschutz. Optionale Dachbegrünung, Solarzellen für Beleuchtung sowie Anschlüsse für Ladegeräte können flexibel an örtliche Gegebenheiten und individuelle Wünsche angepasst werden. Dank vertikaler Stelltechnik und hydraulischer Wandhalterung können auch schwere E-Bikes mühelos geparkt werden. Die Abteile sind flexibel nutzbar: spontanes Parken oder dauerhaft vermietbar an Pendler:innen. So wissen Radfahrende, dass ihr Fahrrad sicher vor der Tür steht – und das tägliche Pendeln wird einfacher und attraktiver.

Auseinandersetzungen mit dem Absurden

„Auseinandersetzungen mit dem Absurden“ ist ein experimentelles Buchprojekt, das Albert Camus’ Philosophie des Absurden aus heutiger, persönlicher Perspektive neu verhandelt. In einer Welt zwischen politischem Chaos, digitaler Überreizung und ökologischer Krise wird die Sinnfrage zugleich unausweichlich und verdrängt. Das 178-seitige, vollständig in Risographie umgesetzte Werk vereint Zeichnungen, Fotografien, Notationen und Textfragmente zu einer visuellen Reflexion über Existenz, Widerspruch und Widerstand. Die Gestaltung und Narration sind assoziativ, direkt und bewusst nicht-linear, ein Medium, das nicht nur dokumentiert, sondern eigenständige Auseinandersetzung fordert. Das Projekt versteht sich als persönliche Auseinandersetzung, ästhetisches Experiment und philosophischer Selbstversuch.

Flamory

lamory erzählt die inspirierenden Geschichten mutiger Frauen, die oft im Schatten der Geschichte standen oder in Vergessenheit gerieten. Jede Kerze steht für eine dieser Frauen. Über ein Booklet und eine barrierefreie Hörversion erfahren die Betrachter mehr über ihre Geschichten. Die Kerzenform ist von der Schach-Dame inspiriert – einer oft unterschätzten Figur, die zum Schutz des Königs dient und dennoch die größte Bewegungsfreiheit im Spiel besitzt. Durch emotionale Gestaltung und provokante Sprüche regt das Projekt zum Hingucken, Erinnern und Handeln an.

SIMPLY WASTE

„Simply Waste“ setzt sich mit der kreativen Weiterverwertung von Lebensmittelabfällen auseinander. Aus unvermeidbaren Obst- und Gemüseschalen entstehen biobasierte Materialien, die nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch ästhetisch innovativ sind. Das Projekt fordert dazu auf, den Wert von Abfällen neu zu denken und zeigt, wie aus vermeintlich nutzlosen Reststoffen funktionale und inspirierende Objekte geschaffen werden, die die Atmosphäre von Räumen bereichern. „Simply Waste“ stärkt die Verbindung zwischen Mensch und Natur und bringt die Vision einer ressourcenschonenden, zukunftsfähigen Welt in die Gegenwart.

BIN

Ein Mülleimer – alltäglich und bekannt – stellt sich den Fragen nach effizienter Produktion, Lagerung, Transport, individueller Konfiguration, autonomem Aufbau und Recyclingfähigkeit.

Aus transluzenter Polypropylenfolie wird in wenigen Handgriffen ein Volumenkörper – ein Mülleimer – in drei Größen, mit Varianten für Deckel und Anordnung.

Der Entwurf stellt ein System aus reißverschlussähnlichen Laschen in den Vordergrund, zur stabilen Verbindung der flexiblen Materialbögen. Alle Elemente werden im schnellen und skalierbaren Stanzverfahren hergestellt. Flach verpackt reduziert sich der Energie- und Platzverbrauch beim Transport.
Durch die bewusste und konsequente Reduzierung auf ein Material und die daraus hervorgebrachte Verbindung lässt sich der Mülleimer vollständig und „sauber“ recyceln.

dementia is a losing game

„Wenn du alt bist, bist du nichts mehr wert“, sagte meine Großmutter, als ich sie in ihrem Altenheim besuchte. Meine Großmutter leidet an Demenz, die es ihr unmöglich macht, das zu tun, was sie ihr ganzes Leben lang getan und geliebt hat – sich um die Familie zu kümmern. Die durch die Krankheit vergessenen Praktiken und Handlungen meiner Großmutter verwandeln sich langsam in Verwirrung. Zu vergessen, was man sein ganzes Leben getan hat, ist eine schreckliche Vorstellung, kann aber zu völlig neuen Erkenntnissen führen. In unserer kapitalistischen Gesellschaft wird eine Person, die nicht mehr voll funktionsfähig ist, oft als Last gesehen – meine Großmutter, die ihr ganzes Leben lang Werkzeuge benutzt hat, die heute wahrscheinlich nicht mehr viel wert sind, fühlt genauso.

„Demenz ist ein verlorenes Spiel“ ist ein Versuch, die durch Demenz verursachten Umstände als wertvolle Ereignisse darzustellen. Das Projekt betont den sentimentalen Wert dieser vergessenen Praktiken und Relikte und zielt darauf ab, die Verbindung zu meiner Großmutter aufrechtzuerhalten.

Supernaturalis

Warum ist magisches Denken trotz unserer scheinbar aufgeklärten Welt noch immer präsent?

Supernaturalis beleuchtet die faszinierende und oft irrationale Seite unseres Denkens, die uns alle prägt. Durch Rituale, Glücksbringer, Amulette aus verschiedenen Kulturen sowie ungewöhnlichen Archivfunden und Anekdoten wird diese menschliche Irrationalität inhaltlich als auch gestalterisch zum Ausdruck gebracht. Wie lassen sich diese irrationalen Denkweisen erklären? Ist magisches Denken sogar notwendig, und wie können wir es für uns nutzen?

Das kleine Kuriositätenbuch lädt dazu ein, sich von der Faszination des Unscheinbaren begeistern zu lassen. Begleitend zum Buch bietet das erweiterbare Archiv auf Instagram eine stetig wachsende Sammlung und Inszenierung von zeitgenössischen Glücksbringern, die es den Lesern ermöglicht, ihr eigenes magisches Denken zu hinterfragen und sich darüber auszutauschen.

Mamagotchi

In „Mamagotchi“ wird das Spannungsfeld der Generation Z zwischen Unabhängigkeit und dem Bedürfnis nach elterlicher Unterstützung auf humorvolle Weise beleuchtet. In einer Mockumentary wird dieses Phänomen satirisch aufgearbeitet. Eine KI-Mutter scheint zunächst die perfekte Lösung zu bieten, entwickelt sich jedoch zunehmend zur grotesken Übertreibung. Diese Überzeichnung führt die Zuschauer:innen von anfänglicher Faszination zur kritischen Reflexion über eigene Abhängigkeiten. Das Projekt kombiniert Film und App, um elterliche Fürsorge durch Technologie zu ersetzen und die innere Zerrissenheit der Gen Z sichtbar zu machen. Ziel ist es, durch Humor und Selbstironie eine Auseinandersetzung mit generationsspezifischen Bedürfnissen und digitalen Abhängigkeiten anzustoßen – ein kreativer Kommentar zu einem unausgesprochenen Generationenkonflikt.

GANZ NORMAL ANDERS

»GANZ NORMAL ANDERS« ist ein selbstgestaltetes Printmagazin, das sich mit der Sichtbarkeit und Repräsentation von Menschen mit körperlicher Behinderung auseinandersetzt. Aus persönlicher Erfahrung und gesellschaftlichem Interesse heraus entstand ein Projekt, das individuelle Geschichten in den Mittelpunkt stellt – fernab von Klischees und Mitleid.

In acht Interviews geben Betroffene Einblicke in ihren Alltag, ihre Wahrnehmung und ihren Umgang mit Zuschreibungen. Gestaltung, Sprache und Perspektive greifen dabei bewusst ineinander, um neue Erzählräume zu schaffen und bestehende Stereotype aufzubrechen.

Das Magazin versteht sich als Beitrag zu einer differenzierten und empathischen Darstellung von Behinderung – für mehr Sichtbarkeit, Dialog und Verständnis.

Dann kam alles anders

‚Dann kam alles anders‘ zeigt Tiere, die in der Regel nur einen Bruchteil ihrer natürlichen Lebenserwartung erreichen und oft abgeschottet von der Außenwelt leben. Eine kleine Anzahl dieser für menschliche Zwecke beanspruchten Nutztiere schafft es jedes Jahr, ihrem Schicksal zu entkommen. Die vorliegende Arbeit ist auf einem Hof entstanden, der vor langer Zeit den Schritt gewagt hat, aus der Nutztierhaltung auszusteigen und heute genau diese Tiere aufnimmt, um sie vor weiterer Ausbeutung zu schützen.

In erster Linie gewährt die Arbeit einen Einblick in die Geschichte der Tiere und ihre gewonnene Freiheit. Dies ermöglicht einen gedanklichen Perspektivwechsel und schafft Raum, den heutigen Umgang mit Nutztieren zu hinterfragen. Es soll eine Verbindung zwischen Mensch und Tier entstehen, die einen Zugang zu Schönheit, Wert und Individualität der Tiere schafft.