„The Algorithm Times“ ist eine experimentelle Zeitungsausgabe, deren Inhalte vollständig von Künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Ziel des Projekts ist es, das Potenzial, aber auch die Risiken KI-gestützter Medienproduktion sichtbar zu machen. Das Projekt lädt dazu ein, über Authentizität, Manipulation und Verantwortung in der digitalen Informationsgesellschaft zu reflektieren. Leser*innen werden ermutigt, Medieninhalte kritisch zu hinterfragen und ein besseres Verständnis für die zugrundeliegenden Technologien zu entwickeln. Im Zentrum steht die Frage, wie KI in der Medienproduktion so integriert werden kann, dass sie demokratische Werte stärkt – statt sie zu gefährden.
Autor: Jean Claude Granval
OMALAMPEN
In Omalampen verbinden sich Licht und Stimme zu einem vielschichtigen Erinnerungsarchiv. Ausrangierte Lampen von Kleinanzeigen und Sperrmüll werden zu Trägern persönlicher Geschichten.
Ausgestattet mit Lautsprechern und einer eigens entwickelten Programmierung, leuchten sie nicht nur physisch, sondern auch narrativ auf: Immer eine Lampe wird aktiv und erzählt eine Geschichte, bevor die nächste übernimmt – ein fließender Dialog aus Licht und Klang, zwischen Intimität und Öffentlichkeit.
Dabei liegt der Fokus auf der Würdigung der oft übersehenen Lebensgeschichten von Großmüttern, deren Erfahrungen und Erlebnisse in der Geschichtsschreibung häufig weniger Beachtung fanden als die von Männern.
Die Stimmen der älteren Frauen füllen den Raum, während das sanfte Pulsieren der Lampen ihre Erzählungen visuell begleitet. So entsteht eine intime, doch zugleich übergreifende Reflexion über Vergänglichkeit, familiäre Erinnerung, emotionale Verbindungen und kollektives Gedächtnis.
Living With The Wave
Traditionelle Wellenbrecher stehen oft im Widerspruch zur Küstenästhetik. Dieses Design vereint Wellenschutz, stärkt die Identität des Strandes und schafft Räume für Menschen und Wildtiere, wodurch ein nachhaltiges Zusammenleben mit der Natur gefördert wird. Das entworfene Wellenbrechersystem ist formal von der natürlichen Struktur der Mangroven inspiriert und wird durch die modularen und porösen Bauweisen indigener Völker ergänzt. Mangroven sind die besten natürlichen Wellenbrecher, können jedoch leider in kälteren Klimazonen nicht eingesetzt werden. Die Idee war, diese perfekte, naturbasierte Lösung als Modell zu nehmen, sie für weitere Anwendungsfälle zu skalieren, für verschiedene Küstenumgebungen anzupassen und eine flexible, nachhaltige Alternative für modernen Küstenschutz zu bieten. So konnten neue Räume geschaffen werden, die sowohl Lebensräume für Wildtiere als auch die Interaktion des Menschen mit der Natur unterstützen.
SimConnect
Im High-End-Sim-Racing sind Lenkräder nicht mehr untrennbar mit den Basiseinheiten verbunden, die die in einem echten Auto auftretenden Kräfte simulieren. Mit der zunehmenden Komplexität moderner Lenkräder durch immer mehr Tasten und Bildschirme ist eine stabile Verbindung zwischen beiden Komponenten erforderlich – sowohl physisch als auch digital.
Der aktuelle Sim-Racing-Markt ist von herstellerspezifischen Kommunikationssystemen geprägt. Mit einem eigenen Empfänger überwindet SimConnect diese Barrieren und macht störende Kabel und geschlossene Ökosysteme überflüssig. Bestehende Lenkräder können mit dem SimConnect-Adapter integriert werden, kundenspezifische DIY-Lösungen entstehen mit dem SimConnect-DIY-Board. Das SimConnect-Lenkrad vervollständigt das System.
Im Gegensatz zum aktuellen Markt, der oft von überladenen, flachen Designs dominiert wird, bietet das SimConnect-Lenkrad ein klares, dynamisches und reduziertes Design bei gleichzeitig stabiler Konstruktion. Der Fokus liegt auf dem Wesentlichen: perfekte Kontrolle für jeden Simulator.
Zum Einkaufsladen und wieder zurück…
Mit meinem Produktentwurf möchte ich dem Trolley, auch „Hackenkporsche“ genannt, ein neues Image und eine neue Funktionalität verleihen. Im Mittelpunkt der Neugestaltung stehen die Aufteilung der Einkäufe in verschiedene Behälter und Fächer sowie die einfache Zugänglichkeit.
Der Trolley lässt sich wie ein Einkaufswagen aufklappen, sodass der Einkauf unkompliziert verstaut und entladen werden kann. Anschließend wird er zu einem kompakten Trolley zusammengeklappt und kann bequem nach Hause gezogen werden.
Sitzordnung
„Sitzordnung“ ist ein experimenteller Kurzfilm, der sich mit Macht und ihren Wirkungen im visuellen Kontext beschäftigt. Er zeigt, wie sich Hierarchien zwischen Menschen langsam aufbauen, festigen und schließlich in Isolation und Stillstand enden können. Durch den gezielten Einsatz von Farben, Bildausschnitten und Körperpositionen wird Macht nicht nur dargestellt, sondern direkt spürbar gemacht. Der Film fragt, wie Dominanz entsteht – nicht durch offensichtliche Gewalt, sondern durch kleine Verschiebungen im Raum, in der Aufmerksamkeit und im Verhalten. Dabei geht es auch darum, wie Menschen sich anpassen, unterordnen oder versuchen, dagegen anzukämpfen. Statt einer klassischen Geschichte zeigt der Film eine dichte Bildsprache, die als Sinnbild für gesellschaftliche Strukturen steht. Das Projekt lädt dazu ein, gewohnte Perspektiven zu hinterfragen und schärft das Bewusstsein für die Mechanismen sozialer Hierarchien.
Zartbeseitet
Das Projekt „Zartbeseitet“ untersucht, wie Illustration und Informationsdesign genutzt werden können, um Hochsensibilität für Außenstehende verständlich zu machen. Ziel ist es, Betrachtende für das Thema zu sensibilisieren und zur Reflexion ihres eigenen Verhaltens in der Gesellschaft anzuregen.
Das Ergebnis ist ein Bilderbuch, das in drei Kapiteln die sensorische, kognitive und emotionale Hochsensibilität behandelt. Alltagssituationen zeigen dabei, wie hochsensible Menschen fühlen und wahrnehmen. Transparente Seiten über den Illustrationen schaffen eine interaktive Ebene und machen sichtbar, was oft verborgen bleibt.
So entsteht eine visuelle Erfahrung, die die komplexe Wahrnehmung Hochsensibler greifbar und anschaulich vermittelt.
Zeitgefühl
„Zeitgefühl“ beschäftigt sich mit der Wahrnehmung von Zeit, Endlichkeit und Immersion. Man betritt zunächst einen physischen Raum (CAVE), der das Fließen der Zeit erfahrbar macht. Dieser Vorraum bereitet den Übergang in eine andere Realität vor, eine, in der Zeit endlich, persönlich und formbar erscheint. In der VR-Umgebung wird die Wahrnehmung erweitert: Alle zehn Sekunden hinterlasse ich einen Abdruck. Nach einer Minute ist der Raum von skulpturalen „Zeitechos“ durchzogen, Abbilder meiner Vergangenheit, die sich alsdann im Nichts auflösen.
Das Konzept der Arbeit greift ein Zitat von Jorge Luis Borges auf, der mit „[Time] is a fire that consumes me, but I am the fire“ den Kern unseres Daseins beschreibt. Borges reflektiert über unendliches Leben und die Bedeutung von Endlichkeit.
Die Installation ist eine unmittelbare, immersive Erfahrung, in der Realität und Digitalität ineinanderfließen. Zeit dehnt sich, verrutscht, steht still. Der Raum wird so zu einem Ort der Reflexion.
LUMIÈRE
Die Bachelorarbeit „Lumière“ untersucht, wie Stress und dessen Auswirkungen auf den menschlichen Körper effektiv reduziert werden können. Vor dem Hintergrund zunehmender beruflicher Belastungen wurde eine multifunktionale Tischlampe entwickelt, die Stress am Arbeitsplatz mindern und eine gesunde Work-Life-Balance fördern soll. Das Design vereint Erkenntnisse aus Chronobiologie, Lichttherapie und Arbeitspsychologie. Es kombiniert optimierte Beleuchtung mit einem Pausenkonzept, das durch Akkubetrieb und spezielle Ladestation umgesetzt wird. Der Wechsel zwischen Arbeits- und Ambientebeleuchtung unterstützt natürliche Rhythmen und fördert Erholungsphasen. Die Arbeit dokumentiert den Entwicklungsprozess von der Analyse bis zum Prototypen. Sie zeigt das Potenzial von Produktdesign zur Stressreduktion und hebt die Bedeutung interdisziplinärer Ansätze für Lösungen gesellschaftlicher Herausforderungen hervor.
NOTHING TO SEE HERE
Typografie im öffentlichen Raum ist für viele Menschen auf der ganzen Welt ein alltägliches Phänomen; sie begegnet uns heutzutage meist in der Form von Werbung oder Straßenschildern beim Navigieren durch eben diesen.
Was ist jedoch mit jener Typografie, die nicht durch moderne Reproduktionstechniken große Bereiche des öffentlichen Lebens bespielt, sondern in den kleinen Nischen stattfindet, in denen Menschen sie – entweder aus Notwendigkeit, manchmal aber auch ganz bewusst – mit ihren eigenen Händen produzieren?
Aus der Neugier auf diese Frage hin wurden insgesamt 300 einzelne Schriftproben per Google Street View aus der ganzen Welt gesammelt, katalogisiert und anschließend in einem Buch zusammengeführt, um nicht nur das Vorkommen dieser zu dokumentieren, sondern auch die Leser*innen dazu einzuladen, sowohl regionale als auch kulturelle Unterschiede zu erforschen.
Begleitet wird dieses Archiv außerdem durch ein Beiheft mit weiteren Informationen und acht Plakaten zur Übersicht.