In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz unseren Alltag mitformt, entsteht ein neues Archiv: Nicht in Regalen, sondern in Datensätzen, Serverräumen und Modellen. Dieses Archiv hat kein Bewusstsein und keine Moral, nur Wahrscheinlichkeiten. Es weiß nicht, was es nicht weiß. Aber es entscheidet mit, was sichtbar bleibt.
Queere und nicht-weiße Perspektiven gelten algorithmisch als unwahrscheinlich und fehlen. Wo diskriminierungskritisches Wissen fehlt, bleibt auch das Archiv der Zukunft stumm. In dieser Stille liegt eine neue Form der Unsichtbarkeit: Sie ist technisch, methodisch und erschreckend freundlich. In meiner Meisterarbeit entsteht daraus eine widerständige Position, die nicht einfach sichtbar machen, sondern das Ringen um Sichtbarkeit erfahrbar machen will: Wie wehren wir uns gegen das Vergessen?
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