Workshops & Talks
RECAP

Die diesjährigen Graduates hatten die Möglichkeit, an inspirierenden Workshops und Talks von und mit renommierten Unternehmen in die Pinakothek der Moderne teilzunehmen. Spannende Einblicke, neue Perspektiven und der direkte Austausch mit Design Professionals aus unterschiedlichen Branchen konnten die Teilnehmenden mitnehmen. Drei Tage voller Inspiration, Austausch und neuer Impulse – für den persönlichen Weg und die nächsten Schritte in der Arbeitswelt.

Veranstaltungsorte
Das FLUX Baumhaus, gestaltet von der Künstlerin Morag Myerscough ist ein offener Treffpunkt für Kultur, Austausch und Kreativität. Das X-D-E-P-O-T lädt mit mehr als 600 Objekten aus unterschiedlichen Jahrzehnten und Ländern ein zu entdecken, erforschen und sinnlich zu erleben. Im Pavillon 333, der Schauwerkstatt für Architektur, Design und Kunst werden kulturelle Inhalte vermittelt und erlebbar.

Material entscheidet mit

Was passiert, wenn Designer*innen Material nicht als letzte Auswahl im Prozess behandeln, sondern als Ausgangspunkt? Beim Workshop Form, Feel, Function – Design with Artificial Materials trafen 15 Graduates auf die Materialexpertise des BASF Creation Centers und der designfabrik®. Der Workshop wurde damit schnell zu einer Diskussion über eine Kernfrage zeitgenössischer Gestaltung: Wie viel Materialwissen braucht Design heute?

Kunststoff eignet sich dafür besonders gut. Kaum ein Werkstoff ist technisch so variabel und gesellschaftlich zugleich so umstritten. Gewicht, Elastizität, Oberfläche, Transparenz oder Haptik lassen sich präzise steuern. Gleichzeitig stehen Kunststoffe im Zentrum der Debatten über Ressourcen, Recycling und Kreislauffähigkeit. Genau diese Spannung machte den Workshop produktiv.

An Material-Demonstratoren konnten die Teilnehmer*innen Eigenschaften direkt vergleichen, Materialien biegen, fühlen und auf ihre Wirkung prüfen. Dadurch wurde sichtbar, wie stark Gestaltung schon auf dieser Ebene beginnt. Eine Oberfläche verändert Wahrnehmung. Gewicht beeinflusst Wertigkeit und Nutzung. Eine bestimmte Struktur kann Material einsparen oder Stabilität erhöhen. Verarbeitung entscheidet darüber, ob ein Produkt später repariert, getrennt oder recycelt werden kann. Die Graduates brachten Erfahrungen aus Produkt- und Interaction Design, Kfz-Mechatronik und 3D-Druck mit. Entsprechend unterschiedlich waren die Fragen: Welche Eigenschaft braucht ein Produkt wirklich? Wann ist ein leistungsfähiger Werkstoff sinnvoll? Wie viel Material lässt sich vermeiden? Und muss Recycling bereits Teil des ersten Entwurfs sein?

Gerade hier liegt eine Verschiebung im Designverständnis. Materialkompetenz bedeutet heute mehr als Kenntnis von Farbe und Oberfläche. Designer*innen müssen zunehmend verstehen, woher ein Werkstoff kommt, wie er verarbeitet wird, welche Lebensdauer er ermöglicht und was nach seiner Nutzung mit ihm geschieht. Nachhaltigkeit wird damit konkret und technisch. Das BASF Creation Center und die designfabrik® arbeiten genau an dieser Schnittstelle zwischen Materialforschung, Anwendung und Gestaltung. Für die Teilnerhmer*innen eröffnete der Workshop einen Blick in eine industrielle Entwicklungspraxis, in der Designentscheidungen sehr früh getroffen werden können.

BASF CREATION CENTER
Form, Feel, Function – Design with Artificial Materials

Workshop Leitung: Manuel Ockel, Specialist Design designfabrik® /// Creation Center

Fotos: Nikolai Marcinowski / German Design Council