Uniwake

Steffen Mißfeldt bei Prof. Martin Postler (Entwurf) und Prof. Dr. Annika Frye (Theorie)

Februar / February - 2019

Muthesius Kunsthochschule Kiel

Was ist es?

„Uniwake“ ist ein Breitensportgerät im Wakesport, bei dem der Sportler auf einem flächigen Schwimmkörper über die Wasseroberfläche gezogen wird. Es ermöglicht durch eine neue Fahrweise und Fahrperspektive, einen selbstständigen Auf- und Abbau, Anpassbarkeit und eine stabile Nutzung der Hydrofoiltechnik, eine möglichst große Teilhabe für die Menschen in diesem Sport.

Was ist das Thema?

Mein Thesis-Thema ist Inklusion im Wakesport. Es geht darum eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit einer Querschnittslähmung am Wakesport zu erreichen. Der Sportler soll nicht auf sein Handicap reduziert werden. Es ist wichtig, die Unterschiedlichkeit der Menschen als kreatives Potenzial zu erkennen und den Inklusionsgedanken im Sport somit in die Gestaltung einzubeziehen, dass Lebenswelten entstehen, die für alle nützlich sind. Dabei kommt es nicht auf die Gestaltung eines Hilfsmittel an, sondern ein Design für ein souveränes Fortbewegungsmittel, das für jeden Nutzer sinnvoll ist. Denn erst dadurch hat das Individuum die Chance von einem Außenseiter zum Insider zu werden.

Warum sieht es so aus?

Das „Uniwake“ ist in erster Linie ein Breitensportgerät und soll Spaß bringen. Das Design soll dem Nutzer ein Gefühl von Schwerelosigkeit und Freiheit vermitteln. Dieses Gefühl wird durch das Heraustragen des Nutzers aus der Wasseroberfläche durch die Hydrofoils und der dadurch ermöglichten hohen Fahrgeschwindigkeiten verstärkt. Das ruhige und wiederstandlose Gleiten auf dem Wasser, eine sportliche Dynamik und der Wakesportcharakter sollten visuell im Design mit einfließen. Durch die interessante Kombination aus einer Blickperspektive, einer von mir getesteten neuen Fahrposition auf der Brust, und der Schwebewirkung, bekommt der Nutzer das Gefühl zu fliegen.

Was ist das Besondere?

Das Uniwake ist durch sein Design und seine spezielle Art und Weise der Nutzung, sowie neuartige Fahrperspektive im Wakesport interessant für jeden Wakesportler. Menschen mit einer Querschnittslähmung werden dadurch nicht mehr durch ihr Handicap und das dafür passende und verbreitete Equipment separiert. Durch eine verbreitete und öffentliche Nutzung des Uniwakes können sich viele neue Möglichkeiten und Chancen ergeben, sowohl in der allgemeinen Sicht auf das heutige Design als auch auf gesellschaftlicher und sozialer Ebene. Das Uniwake kann das große Potential des Wakesportes nutzen und nach außen tragen. Die Stärke des Uniwakes liegt in der Gemeinschaft, der Unterstützung des Auslebens und Teilen von Erfahrungen einer Leidenschaft für den Wassersport. Ein breites Angebot und die Nutzung des Uniwakes kann unterstützen, dass die Menschen sich nicht in die gesellschaftlich vorgegebenen körperlichen Fähigkeitskategorien einordnen müssen oder sogar durch die Nichteinhaltung von konstruierter, normativ körperlicher Werte ausgeschlossen werden.

Was ist neu?

Um ein neues souveränes Wakesport-Fortbewegungsmittel für jeden zu gestalten, ist es wichtig, möglichst alle Menschen mit ihren unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen zu berücksichtigen. Daher war es eine wichtige Voraussetzung für eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit einer Querschnittslähmung eine neue Fahrposition zu finden. Wichtig ist, dass dadurch möglichst kein Mensch mit einem Handicap reduziert oder ausgeschlossen wird. Dafür habe ich unterschiedliche Positionskonzepte aufgestellt, die die Beteiligung der unteren Gliedmaßen bei der Ausführung dieses Sportes vermeiden. Als effektivsten hat sich eine Fahrposition mit der Brust als Auflage herausgestellt. Interessant ist auch ein Perspektivwechsel durch den geringen Abstand des Oberkörpers zum Wasser.