FEELU – Emotions Assistant

Sanda Ritter

Januar / January - 2020

Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim

Was ist es?

FEELU ist ein Produkt, welches mit den Nutzenden interagiert, um Stress zu reduzieren. Es hilft, im hektischen Berufsalltag ein gesundes Bewusstsein zu sich selbst zu entwickeln und durch verschiedene vorgeschlagene Übungseinheiten stressige Situationen gut zu überstehen. Diese können durch ein Display mit einem sehr einfach gehaltenen Interface koordiniert oder bestimmt werden. In der Zeit des digitalen Konsums soll der Fokus auf das eigene Bewusstsein gelenkt werden, welches durch die Interaktion von visuellen und haptischen Signalen erfolgt. Um die erhöhten Stressfaktoren rechtzeitig zu erkennen, ist der Assistent mit der Smartwatch der Nutzenden durch Bluetooth verbunden. Mit Hilfe integrierter Sensoren werden die Vitalwerte durch Bluetooth an das Gerät übertragen und somit der Stresslevel erkannt.

Was ist das Thema?

In der heutigen Zeit wird Stress immer markanter in den Fokus gerückt und oft thematisiert. Durch neue und sich stetig verändernde Arbeitsbedingungen, Strukturen und Zukunftstrends verschiebt sich der Lebensmittelpunkt in den Arbeitsbereich. Die größten Faktoren dafür sind die Globalisierung, Vernetzung und Digitalisierung. Wichtig ist es deswegen, eine transparentere und strukturierte Arbeitsweise und Kommunikation für ein besseres Miteinander zu bieten. Einen Aspekt der Arbeitswelt bildet das Thema Emotionen. Diese sind Bestandteil unserer Persönlichkeit und bestimmen unterbewusst unsere Entscheidungen. Sie sind noch nicht eindeutig erforscht und es gibt viele Definitionen in der Psychologie, wohingegen bezüglich des Designs kaum welche vorhanden sind. Um sich mit sich selbst zu befassen, müssen sich die eigenen Emotionen bewusst gemacht werden. In der heutigen Gesellschaft ist es immer noch nicht gerne gesehen negative Emotionen, wie Schwäche zu offenbaren. Oftmals besteht der Wunsch, Stärke zu zeigen, der durch einen perfektionistischen Anspruch an sich selbst zusätzlich begünstigt wird und zu einem erhöhten Stresslevel mit dazugehöriger Überarbeitung führen kann. Ebenso kann es vorkommen, das private Probleme in ein erhöhtes Arbeitspensum projiziert werden, was in einer Arbeitssucht münden und zu ernstzunehmenden Krankheiten wie Burn-out führen kann. Mit meinem Konzept möchte ich eine Sensibilisierung für das Thema Stress im Berufskontext fördern. Das Thema wird einen Großteil der Menschen früher oder später betreffen. Es ist uns heute oftmals noch nicht bewusst, welche Nebenwirkungen der neue Arbeitsmarkt und die stärker werdende Digitalisierung mit sich bringen können.

Warum sieht es so aus?

Die Bestimmung der Form betraf verschiedene Faktoren zur formalen Wiedergabe von Emotionen, die durch die Semiotik und die teilweise darauf basierende Lehre der Produktsprache nach dem Offenbacher Ansatz, beschrieben werden. Die Gestalt wird allgemein durch Farbe, Material und Form definiert. Alle Komponenten greifen ineinander, beeinflussen sich gegenseitig und bilden im Idealfall ein stimmiges Gesamtbild. Ist ein Objekt dank seiner schlüssigen Gliederung einfach zu erfassen, vermittelt es mit hoher Wahrscheinlichkeit die Grundemotion Vertrauen. Das Objekt wird als intuitiv bezeichnet und ruft wenige oder keine Irritationen bei der Wahrnehmung hervor. Die Formsprache des Gerätes soll einladend und zum Interagieren anregen, wie auch einen Wohlfühlfaktor ausstrahlen. Nach dem Offenbacher Ansatz ist die runde Form die einladendste Form und strahlt Ruhe aus. Die Wölbungen in den inneren Kreisen sollen zum Tasten und Anfassen animieren. Das Ziel war es zudem, eine klare Formsprache zu definieren, damit es nicht überladen wirkt und die Funktion im Vordergrund steht.

Was ist das Besondere?

Heute ist es technisch bereits möglich, den Blutdruck und den Puls mit tragbaren Gadgets zu lesen. Mit Hilfe von Sensoren, die sich in der Smartwatch befinden, kommuniziert der Assistent durch eine bestehende Bluetooth Verbindung mit den Nutzenden. Je nach Zustand oder Reaktionen des Nutzenden reagiert der Assistent mit verschiedenen Einheiten oder Vorschlägen. Die Interaktion funktioniert durch eingebaute Arduino-Steuerelemente, welche durch einen angepassten Algorithmus aktiviert werden. Um neurale Reize anzusprechen, wird durch Lichtinteraktion und Wärmereize kommuniziert. Ziel war es, die Nutzenden zum Interagieren zu motivieren, ohne sinnüberreizende, komplizierte Displays einzusetzen. Der Fokus lag darauf, mit Hilfe der Beanspruchung anderer Reize, des eigenen Bewusstseins klar zu werden. Besonders ist auch die integrierte Außenwirkung, die für Großraum bzw. offene Büros optimal ist. Diese soll kurze Kommunikationswege ermöglichen, um ein klareres und besseres Zusammenarbeiten zu ermöglichen. Es soll die aktive Arbeit unterstützen, ohne durch äußere Einflüsse im Produktionsfluss unterbrochen zu werden. Beispielsweise während des Arbeitens am Schreibtisch wird signalisiert, dass man nicht gestört werden möchte. Es kann signalisieren, ob sich die Person gerade im Meeting oder bei Kunden befindet, sodass unnötige Wartezeiten vermieden werden können.

Was ist neu?

Es werden Möglichkeiten der Stressreduzierung angeboten, welche sich beispielsweise durch Meditation, Yoga und andere Übungsmethoden äußern. In meinem Konzept geht es um die Beanspruchung anderer neuraler Reize, wie des Tastsinns und der Wärme, verknüpft mit tragbaren Technologien. In dieser vorgestellten Form und in diesem Umfang befindet sich nichts Vergleichbares auf dem Markt, um Stress im Berufskontext zu reduzieren.