Demokratisierung des Designs

Tobias Turco

Juli / July - 2019

Hochschule der Bildenden Künste Saar

Was ist es?

Das dezentrale Leih-System „Sharing Point“ soll Impulsgeber für eine alternative Wirtschaftsform sein.
Ein Netzwerk an Stationen, an denen ortsabhängig Gebrauchsprodukte 24/7 zur Verfügung gestellt werden.
Ob im eigenen Wohnhaus oder im urbanen Raum soll es Nutzergruppen
die Möglichkeit bieten, in einem verwalteten System die Dinge
zur Verfügung zu haben, die wegen kurzweiliger Nutzung nicht lohnen, angeschafft zu werden.

Was ist das Thema?

In Zukunft ist nicht mehr das Besitzen, sondern das Benutzen wichtig. Bestehende Wirtschaftsformen kommen an ihre Grenzen und es bedarf neuer Arten des Konsums. Durch kollektive Nutzung von Gebrauchsgegenständen, die keinem individuellen Anspruch gerecht werden müssen, ist das Ziel die Reduktion von Ressourcenaufwendungen.

Warum sieht es so aus?

Städtische Situationen und Möblierungen müssen aufgrund Ihrer öffentlichen Zugänglichkeit Gestaltungsbedingungen wie Robustheit gegenüber Vandalisums, Resistenz gegenüber Umwelteinflüssen und langjähriger Nutzungsdauer unterliegen. Daraus ergibt sich eine auf die Funktion und auf das Wesentliche reduzierte Ästhetik, die ich mir für meinen Entwurf des Sharing Points zu Nutzen mache.

Was ist das Besondere?

Durch den Sharing Point wird ein Transfer von Gebrauchsprodukten in den Commonsbereich ermöglicht. Über die Leih-Funktion hinaus wird mit dem Projekt ein Umdenken beim Nutzer und gleichzeitig beim Produzenten angestrebt. Durch die Anbindung einer Online-Plattform soll es den Nutzern die Möglichkeit bieten, mitzubestimmen, welche Commons-Produkte anhand der örtlichen Bedürfnisse gebraucht werden. Somit nimmt der Nutzer indirekt durch sein Gebrauchsverhalten Einfluss auf die Gestaltung von Produkten. Nicht wie disziplinarisch zu erwarten, steht hier Problemlösung durch das Produkt im Zentrum, sondern über die Gestaltung von Prozessen, Systemen und Lebensstilen.

Was ist neu?

Sharing Point steht für effizientes Nutzungsmanagement von Gebrauchsgegenständen ganz nach dem Motto „nutzen statt besitzen“. Es ist ein Angebot, selten gebrauchte Produkte dann zur Verfügung zu haben, wenn man sie braucht, ohne sie selbst kaufen zu müssen. Dadurch werden die aufzubringenden Ressourcen zur Herstellung eben dieser reduziert und der Anspruch an langlebige, gute Produkte gefördert.