CORNNIE

Wen-Hsin Tu

Oktober / October - 2019

Universität der Künste Berlin

Was ist es?

Eine Serie von Hockern, die sich in den Ecken anlehnen, vermitteln die Nachricht: Ich brauche für einen Moment einen Raum für mich. Durch diese Sitzplätze können Benutzer einen relativ persönlichen Raum haben – ohne Tür oder Wand und Ecken bekommen eine neue Funktion als Rückzugsorte. Die Möbel zeigen auch, dass man nicht immer aktiv nach Interaktionen suchen muss. Manchmal müssen wir uns etwas zurückziehen, um uns wohl zu fühlen und brauchen dafür einen geeigneten Ort.

Was ist das Thema?

Der Bereich zwischen dem öffentlichen und privaten Raum werden mit der Zeit immer offener. Die Menschen, die diesen „Zwischen Raum“ benutzen, haben sich diversifiziert. Diese Interaktionen können unseren Alltag bereichern und Inspiration geben, aber führt auch zu Stresssituationen bzw. das Fehlen von kleinen Rückzugsorten. Räume, wie auch der „Eck-Raum“ oder die Fensterbank bzw. die Treppe, die nicht als ein Pausen-Raum angesehen sind, werden manchmal von den Menschen benutzt, wenn sie einen eigenen Raum brauchen. Dort machen oft Menschen eine kleine Pause. Das oben genannte Bedürfnis und die oben genannte Nutzung und Umfunktion dieser Räume führen zur Diskussion der Beziehung zwischen Mensch und Raum. Weiterhin spielen die Objekte, die die Designerin mitzubringen versuche, eine wichtige Rolle: Sie bilden ein Medium zwischen ihnen. Die Verteilung der Menschen im Raum wird sich variieren, noch dazu werden das Miteinander und die Zurückgezogenheit zwischen Menschen kompletter sein. Im Gegensatz zur Interaktion, die das gemeinschaftliche Miteinander als Lösung sieht, ist hier die Zurückgezogenheit die Basis von allem.

Warum sieht es so aus?

In dem Entwurf hat die Designerin durch die miteinander-abstimmende Struktur des Hockers und Raums eine Brücke zwischen Hocker und Raum aufgebaut. Die Beziehung zwischen den Beiden verursacht die spezifischen Charaktere des Hockers. Diese Charaktere sind auch Zeichen für die Benutzer, wie sie durch die Führung des Hockers den Raum mit einer anderen Weise nutzen können. Dieser Prozess bietet die Benutzer eine neue Erfahrung.

Was ist das Besondere?

CORNNIE, die Hocker, versuchen Räume zu finden, die einen solitären Moment für die Menschen schaffen und ihnen ein beruhigendes Gefühl bei der langfristigen Interaktion mit anderen anbieten. Darüber hinaus gibt CORNNIE dem Benutzer die Initiative, darüber nachzudenken, wie er die Hocker nutzen und den Raum erkunden kann. Es wird auch hervorgehoben, wie Möbel Menschen zu einer anderen täglichen Szene führen können. Zu guter Letzt zeigt CORNNIE, wie Design eine wichtige Rolle bei der Kommunikation mit Benutzern spielen kann, nur mit einfacher Gestalt. Alle Betrachter können eigene Anteilnahme in diesem Design finden. Egal, ob man es benutzt und versucht sich wohl in einem Raum zu fühlen und die Balance zwischen dem gemeinschaftlichen Miteinander und der Zurückgezogenheit zu finden. Oder wenn man die vereinzelten Stühle sieht, merkt man, dass wir zeitgerecht das Alleinsein brauchen. Oder man sieht durch die normalerweise nicht zusammenpassenden Stühle, dass man nicht alles gut machen kann, aber eine spezielle Fähigkeit hat und einzigartig ist.

Was ist neu?

Stühle gelten immer als universelle Möbel. Menschen können einen Stuhl überall benutzen, wo sie wollen. Anstatt universell wie die anderen Stühle zu sein, hat CORNNIE die Spezialisierung genutzt, um seine Universalität einzuschränken. Aber diese Art von Charakter lässt CORNNIE als Hocker Fragen aus verschiedenen Perspektiven aufwerfen. Schränkt die Designerin die Freiheit eines Stuhls ein oder gibt sie Stühlen mehr Möglichkeiten, den Raum zu erkunden? Schränkt Universal Design unsere Vorstellungskraft ein, einen Raum unterschiedlich zu nutzen? Und so weiter. Zu guter Letzt, im Gegensatz zu den meisten Diskussionen über Interaktion, die das gemeinschaftliche Miteinander als Lösung sieht, ist hier die Zurückgezogenheit die Basis von allem. So könnten die Menschen die Möglichkeit haben, sich an die Umgebung anzupassen und langfristig mit anderen auszukommen.