In meiner Arbeit mit dem Titel „dig in – Jewellery Objects for a Contemporary Dining Culture“ habe ich Objekte aus Silber geschaffen, die zwischen Schmuckobjekt und Essgerät changieren und beide Aspekte in einen Dialog treten lassen. Die Wahrnehmung und Handhabung meiner Objekte durch die trägerin oder den Träger steht für mich im Vordergrund. Ich möchte Betrachter*innen von „dig in – jewellery objects for a contemporary dining culture“ einladen, selbst bei der Gestaltung von Essgerät aktiv zu werden und zu überlegen, welche Form und welche Art von Essgerät am besten zu ihren Bedürfnissen passt. Zudem habe ich mich mit der Frage beschäftigt, inwiefern die Veränderungen der Essgewohnheiten und der Tischkultur im Lauf der Jahrhunderte im europäischen Raum durch meine Entwürfe aufgegriffen werden können. Auch die Herstellung der Objekte stand für mich im Fokus, da ich zum Ende meines Studiums Einblicke in das für mich neue Handwerk des Gold- und Silberschmiedens erhalten wollte.
Kategorie: Material
ENTWURZELT – VERWURZELT
Ein Ort um sich zu begegnen. Ein Raum für Kritzeleien. Ein Platz für Erinnerungen.
Der Esstisch als zentraler Treffpunkt in jedem Zuhause wird umfunktioniert zu einem Ort für Kreativität, Spaß und Austausch. Durch ein additives Modulsystem, ist es möglich eine Textilrolle mit einer leinwandähnlichen Oberfläche und Beschaffenheit am Tisch zu befestigen, um sie als Unterlage in Alltagssituationen und bei Begegnungen mit Freunden nach Lust und Laune zu bemalen und Skizzen darauf zu hinterlassen.
Der zentrale Gedanke ist, durch das intuitive Zeichnen als Ritual einen Raum zu schaffen, in dem man sich begegnen, besser kennenlernen und seine Beziehung zueinander festigen kann. Die so belebte Leinwand kann als erinnerungsstarkes Kunstwerk im Wohnraum platziert werden, spiegelt dabei Alltag, Gespräche, Freundschaften und Emotionen wider und trägt damit zu einem Gefühl der Verwurzelung in einer neuen Umgebung bei.
quado+
Bei dem Projekt „quado+“ handelt es sich um ein abwechslungsreiches Lernspiel-Brett zur Förderung und zum Erwerb geometrischer Kompetenzen. Das Produkt verbindet den digitalen mit dem analogen Raum und besteht aus einem Holzbrett mit 100 Feldern, dazugehörigen Würfeln sowie einer App. Werden auf dem Brett Gebäude gebaut, entsteht in der Anwendung ein digitaler Zwilling, der dabei hilft das räumliche Denken und Wahrnehmen über den analogen Raum hinaus zu schulen. Erziehungsberechtigte können anhand der App eigene Aufgaben gestalten, die Lernfortschritte der Kinder verfolgen und gezielte Differenzierungsangebote an Lernende richten. „quado+“ enthält außerdem die Option, kooperativ zu lernen, da mithilfe der App ein gemeinsames Spielen und Lernen im Team-Modus möglich ist.
Prozesshafte Ästhetiken
In „prozesshaften Ästhetiken“ wurden traditionelle Verfahren der Porzellan-Herstellung analysiert und experimentell modifiziert. Daraus ist ein Verfahren entstanden, das einen neuartigen Glasurauftrag direkt auf die Gipsform nutzt, um diese Schicht im Zuge des anschließenden Vollgusses auf das Porzellanobjekt zu übertragen. Ablauf und Verortung des beschichteten Vollgussverfahrens standen im Mittelpunkt.
Mit dieser Entwicklung können drei neue Oberflächen während der Formgebung auf Porzellan übertragen werden. Das Zusammenbringen von Glasur und Masse verändert den Prozess und erlaubt das direkte Glattbrennen des Porzellans bei 1280 Grad Celsius, was Energie einspart.
Die Arbeit befasst sich mit ungenutzten Potenzialen innerhalb der Porzellanherstellung. Als Basis diente ein ausführliches experimentelles Archiv, das den traditionellen Schlickerguss in Material, Technik und Arbeitsablauf provoziert. Porzellan besitzt großes Potenzial und es ist an der Zeit, das zu zeigen.
LICHT
Bei diesem Bachelorprojekt handelt es sich um eine Auseinandersetzung mit Licht im öffentlichen Raum. Das Ergebnis ist eine Bushaltestelle, die durch ihre Konstruktion – und besonders durch ihre Lichtgestaltung – das individuelle Sicherheitsgefühl bei Dunkelheit erhöht.
Den Anlass der Bachelorarbeit liefern Studien, die zum einen den Einfluss von Licht auf das menschliche Empfinden belegen (vgl. HCL – Definition und Potenzial), zum anderen Untersuchungen, welche die Notwendigkeit des Ausbaus von Sicherheit an Bushaltestellen offenlegen (vgl. Licht.wissen 03. Straßen, Wege und Plätze 2016: 38-39).
Aus einer Entwicklungsphase heraus entstand die Konstruktion einer Bushaltestelle, die neben den Lichtwänden, das Sicherheitsempfinden auch durch abgerundete Elemente und erweiterte Ausgänge unterstützt. Ein zusätzlicher Mehrwert wird durch die Modularität der Haltestelle generiert, was zu einer vielseitigen Einsetzbarkeit in verschiedenen Umgebungen führt.
Uncovering
Keramiken sind das identitätsstiftende Merkmal früher Kulturen. Was erzählen industrielle Keramikproduktion und heutiges Nutzungsverhalten über unsere Identität? Das Projekt „Uncovering“ untersucht mit den Methoden der Archäologie unsere Gegenwart und fragt nach dem Wert banaler Alltagsgegenstände.
Alte, ungenutzte Porzellanteller werden durch das Aufbrennen neuer Dekore in Ausgrabungsfelder verwandelt. Mittels Raster und Koordinaten werden bestehende Dekore auf den Tellern verortet und in einen neuen Kontext gestellt. Existierende Motive verblassen durch hohe Brenntemperaturen, treten in den Hintergrund und lassen Neues sichtbar werden.
Teller aus farbigem Ton treten in Dialog mit gefunden Porzellantellern und verweisen auf die Herkunft des Materials aus der Erde. Das Raster, das als Relief in die Oberfläche eingearbeitet ist, fungiert als Verbindungselement zwischen den disgruenten Teilen.
Was werden Menschen in der Zukunft von uns denken, wenn unsere Gegenwart Vergangenheit ist?
RESET SET
Durch die Möglichkeiten der Digitalisierung und die Potenziale der modernen Arbeitswelt wird unsere Umgebung immer komplexer und stellt uns täglich vor neue Herausforderungen. Dadurch kommt es immer häufiger zu Stress und psychischen Erkrankungen (wie beispielsweise Burn-out), bei denen Betroffene in einen Zustand der Sinnestaubheit geraten.
Das „Reset-Ritualgestaltungs-Set“ setzt genau an diesem Punkt an. Mit ihm können individuelle Rituale gestaltet werden, die den Fokus auf die fünf Sinne richten. Das Fördern einer bewussten Wahrnehmung stellt dabei eine präventive sowie therapeutische Maßnahme dar. Durch diese rituelle Pause wird dazu angeregt, den einzelnen Augenblick zu zelebrieren und Entspannung in den modernen, hektischen Alltag zu integrieren. Rituale wirken ordnend, klärend und bieten Halt.
Das Reset-Set ist intuitiv, spielerisch, spülmaschinenfest, platzsparend und inspirierend. Es kann allein oder in Gesellschaft genutzt werden.
Infused Earth
Seit Jahrtausenden wird mit dem natürlichen Material Lehm gestaltet. Lehm ist langlebig, kann geformt und transformiert werden – und überdies dem Boden rückstandslos zurückgegeben werden.
In dem Forschungsprojekt werden die Möglichkeiten, mit dem Material Lehm zu arbeiten, durch die digitale Fertigung mittels 3D-Druck erweitert. Lehm erfährt dadurch eine nie dagewesene Formfreiheit. Erforscht werden Einstellungen, Verfahren und Eigenschaften; angewendet wird der biorezeptive Lehm im urbanen Raum. Die gedruckten Elemente bieten Lebensraum für unzählige Organismen.
Kinderrechte und 10210 gute Dinge
Das Projekt „Kinderrechte und 10210 gute Dinge“ beschreibt das Konzept eines Workshops einschließlich der dazugehörigen Materialien, um auf spielerische Weise mit Kindern Kinderrechte zu erarbeiten. Ziel des Workshops ist es, Prozesse zur Stärkung des Selbstbewusstseins anzustoßen und dazu anzuregen, eigene Bedürfnisse zu kommunizieren.
Die Materialbox ist für Kinder im Alter von etwa 8 bis 12 Jahren und für Leiter*innen des Workshops ab etwa 16 Jahren geeignet. Der Schwerpunkt des zwei- bis dreistündigen Workshops liegt auf den Sichtweisen, Meinungen und Gedanken der Kinder. Die Materialien schaffen eine offene, interaktive und kreative Atmosphäre, bei der das Lernen als aktiver Prozess verstanden wird.
ReFib
„ReFib – Recyclingfibroin als Textilveredelung“ untersucht die Möglichkeiten des biochemischen Recyclings von Seide. Mithilfe eines nicht-toxischen Löseverfahrens sind Seiden-Fibroine aus Mischgeweben und Produktionsabfällen gelöst worden. Aus dem ReFib sind Ausrüstungen von Wollgarnen, Gewebebeschichtungen und organische Formen enstanden. Die Farbe der Seide, ihre optischen und haptischen Eigenschaften, konnten so auf andere Materialien übertragen werden.
Mit Methoden der gestaltenden Forschung sind mehr als hundert Proben entstanden und dokumentiert worden. Unter dem Forschungstitel „silcularity“ sind so weitere Strategien für eine zirkuläre Nutzung von Seiden entstanden.
Um ein höheres Maß an Resilienz für die Herausforderungen im Anthropozän zu erreichen, sind neue Verfahren, Materialien und eine ressourceneffizientere Energie- sowie Rohstoffnutzung erforderlich. Die gestaltende Forschung unterstützt dabei die Entwicklung, wissenschaftliche Erkenntnisse begreifbar und im besten Fall nutzbar zu machen.