conservare

Die Neuerfindung der Kiste. 

Das „conservare“-System beruht auf einer simplen Idee: Die Kiste bekommt eine neue Bedeutung, indem ihr eine Funktion zugewiesen wird. Schubladen und Regale werden durch das Öffentlichmachen von Produktwissen umgenutzt; so entsteht durch einfache Tricks und Kniffe ein ganzes System der Lagerung, das Lebensmittel nachweislich länger frisch hält und konserviert. Ob Obst und Gemüse lieber hängt oder liegt, vor Licht geschützt bleibt oder mit Ethylen-Absorbern ausgestattet wird – all diese Aspekte wurden im Vorfeld analysiert. Anschließend wurden passgenaue Empfehlungen für den Aufbau der einzelnen Module herausgegeben. Ein Lüftungssystem sorgt dafür, dass die Lebensmittel trocken lagern und der Aufbau einer Verdunstungskühlung unterstützt wird. 

Das Schranksystem conservare bietet nicht nur Stauraum, sondern Funktionsraum. Ein System, dass den „Lebensmittel Konservierschrank“ als komplett neues Produkt auf den Markt bringt.

mo – Zentrifuge zur Filtration von Waschmaschinenabwasser

Die Verunreinigung durch Mikroplastik stellt ein globales Gesundheitsrisiko dar. Die Kunststoffpartikel gelangen über den Wasserkreislauf in die Nahrungskette. Den größten Teil der Mikroplastikverschmutzung machen Kunststofftextilfasern aus dem Abwasser von Waschmaschinen aus. 

Es gilt eine hygienische, benutzerfreundliche Lösung zu finden, die ohne Wegwerfteile auskommt und es erlaubt, den Bestand an filterlosen Waschmaschinen nachzurüsten. Dabei muss die Lösung kompatibel mit der Pumpleistung der Waschmaschinen sein und verstopfungsfrei arbeiten, also besonders wartungsarm funktionieren. 

“mo” ist eine Zentrifuge, die Mikropartikel aus Waschmaschinenabwasser filtert. Wird mo an die Waschmaschine angeschlossen, gelangt das Abwasser vorgereinigt in die Kanalisation. Das Filtrat wird nach jedem Waschgang gepresst und in einem Fach gesammelt, sodass Nutzer*innen es kontaktlos über den Hausmüll entsorgen können. Somit ist mo eine verbraucher*innenfreundliche und saubere Lösung, die verhindert, dass die Umwelt durch Textilfasern belastet wird.

Fraßspuren

In Bezug auf die Ausbreitung des Borkenkäfers in den letzten Jahren untersucht mein Projekt Synergien der Forst- und Holzwirtschaft. Durch die Entwicklung einer Produktreihe rund um das Thema „Fraßspuren als natürliche Ornamentik“ werden neue Paradigmen in der Materialverwertung aufgestellt, womit für eine veränderte Wertschätzung der Ressource Käferholz gesorgt wird. 

In einer Reihe von Produktentwürfen möchte ich die Bandbreite aufzeigen, die sich aus meiner Auseinandersetzung mit dem Material Käferholz ergeben hat: Ein Furnier für den Interior-Bereich, Druckerzeugnisse basierend auf den Namen der Käferarten „Buchdrucker“ und „Kupferstecher“, sowie ein Vorhang, der die Fraßspuren als Negativ plastisch abbildet. Narrative Stadtobjekte wie eine Bank, die durch die Verwendung von Stämmen Verwitterungsprozesse aufzeigt und Lebensraum für Insekten schafft, sowie eine konstruktive Reproduktion der Spuren in Bodenplatten, in denen Dreck ein Teil der Gestaltung bildet.

Dia+

„Dia+“ ermöglicht die sichere und intuitive Therapie von Typ-1-Diabetes bei Kindern. Das „dia+ Kit“ enthält dazu alle notwendigen Therapiegeräte und Hilfsmittel, für den Alltag und die schnelle Hilfe im Notfall. Die Komponenten sind smart vernetzt und exakt aufeinander abgestimmt. 

Das „dia+ Kit“ beinhaltet zwei smarte Insulin-Pens, mit kurz- und langwirksamem Insulin. Für den Notfall einer starken Unterzuckerung ist ein Glukagon-Spray enthalten. Zudem umfasst das Kit ein Blutzuckermessgerät, eine Stechhilfe und Glukose. In der „dia+ App“ werden sämtliche Therapiewerte (Blutzuckerwerte, Insulindosen, etc.) kontinuierlich analysiert und verständlich visualisiert. Zudem werden Warnmeldungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Behandlung bereitgestellt. Auf diese Weise werden Betreuer*innen unterstützt und bestärkt, das Therapiemanagement für Kinder mit Typ-1-Diabetes zu übernehmen. Auch für ungeübte Personen wird somit die sichere Nutzung des dia+ Kits und die schnelle Hilfe im Notfall ermöglicht.

MIKO

“MIKO” ist ein Mini-SUV für das Carsharing. Er ist für Menschen gedacht, die in einem Vorort oder in der Stadt leben und allein oder mit ihren Familien und Freunden einen Ausflug in die Natur unternehmen möchten. Da wir in einer hochentwickelten technologischen Gesellschaft leben, sind die Menschen ständig von hochtechnisierten Geräten umgeben. Wir suchen nach einer Möglichkeit, in die Natur zurückzukehren und einen ruhigen Ort in uns selbst zu finden. MIKO ist eine Kombination aus Natur und Technologie. Er schafft eine natürliche Atmosphäre für die Benutzer*innen. Anstatt eine Pflanze oder ein Bild von Pflanzen in das Fahrzeug einzubauen, habe ich mich von den Farben und der ästhetischen Formensprache der Natur inspirieren lassen. MIKO bietet Ihnen ein fantastisches und überraschendes Abenteuer für Ihre Reise. Er ist nicht nur ein ungewöhnliches Fahrzeug, sondern auch ein Teil Ihrer unterhaltsamen Naturentdeckung. 

Dieses Projekt wurde von Renault Mobilize gesponsert.

Lynk&Co Diyam

Mit dem Projekt „Lynk&Co Diyam“ sollte ein Fahrzeug entwickelt werden, das nicht nur ein Transportmittel für die lokalen Gemeinschaften in Burkina Faso darstellt, sondern auch ein innovatives Designkonzept für das Fahrzeug, seine Herstellung und die Benutzererfahrung bietet. Das Fahrzeug hilft den Einheimischen in der Sahelzone in Burkina Faso, zu den Erntefeldern zu pendeln, die mindestens 30 Kilometer von ihren Dörfern entfernt liegen. Das Auto bietet bis zu sechs Personen Platz und ist mit einem großen Stauraum ausgestattet, in dem Werkzeuge, persönliche Gegenstände und die eingebrachte Ernte transportiert werden können.

Hadern 2.0

„Hadern 2.0“ ist ein textilbasiertes Materialforschungsprojekt, dessen Ausgangspunkt die textilen Nebenerzeugnisse aus der Produktion von Woll- und Baumwollprodukten sind. Viele dieser Materialien können bisher (etwa aufgrund von Materialmischungen oder nicht ausrreichender Länge der Fasern) nicht recycelt bzw. industriell verwertet werden. Durch die Kombination von Materialien und die Anwendung technologischer Verfahren werden in dieser Arbeit aus den potenziellen Rohstoffen kreislauffähige Verbundmaterialien entwickelt. 

Der so gewonnene faserbasierte Verbundstoff kann sowohl zu leichtem Plattenmaterial, als auch zu vielfältigen Formen verpresst werden. Um das Material im Anwendungskontext zu zeigen, wurden im Anschluss an die Versuchsreihe aus den entwickelten Werkstoffen Lampenschirme gestaltet. 

In Zusammenarbeit mit einem Institut für Kunststofftechnik wurde parallel ein faserverstärkter Kompositkunststoff auf Basis von Bio-Polyamid in Kombination mit den Baumwollfasern aus den Abfallströmen entwickelt.

doubleyou

Ziel meines Projekts „doubleyou“ ist es, personalisierte Brustepithesen für jede Person zugänglich zu machen, die eine Epithese benötig. Mein Ziel ist nicht, aufzuzeigen, wie eine ideale Epithese aussehen sollte oder welche Features sie braucht. Mein Ziel ist es, die Menschen zu motivieren, eine eigene Idee zu entwickeln, was ihre ideale Epithese braucht, und ihnen dann die Tools zur Verfügung zu stellen, diese ihren eigenen Vorstellungen entsprechend zu produzieren. 

Dadurch, dass die Form eigenständig bestimmt wird, bleibt man unabhängig von der oft geringen Auswahl an Formen lokaler Sanitätshäuser, die sich oft an wenig realistischen Schönheitsidealen orientieren. 

Eine Studie hat gezeigt, dass viele Frauen ihre Epithese nicht voll akzeptieren können und sie ablegen, sobald sie allein oder unter ihnen nahestehenden Menschen sind. Daraus entstand die Idee, eine Form zu gestalten, die die verbliebene Brust spiegelt. 

Ich hoffe, mit diesem Projekt Hürden abbauen und den Zugang zur personalisierten Epithese erleichtern zu können.

In einer Wohnung

Das Projekt widmet sich dem Thema „häusliche Gewalt“ und sucht nach einem geeigneten Objekt für das Storytelling. Schließlich wurde die Tür als Symbol mit Schutzfunktion ausgewählt. 

Es ist besonders frustrierend, wenn die Tür als letzter Schutzmechanismus versagt, etwa, wenn sie blockiert wird. Der Blockade kommt dabei eine mehrfache Bedeutung zu: Sie verweist nicht nur auf das Versagen der Tür, sondern auch auf Dysfunktionen in der Familie. Hinzu kommt, dass an sich harmlose alltägliche Gegenstände als Mittel zur Ausübung von Gewalt eingesetzt werden. 

Ein Anliegen war es, die Gründe für häusliche Gewalt zu analysieren und sich über den Objektbezug an der gesellschaftlichen Diskussion zu beteiligen. 

In unserer Welt wird die Gesellschaft häufig von Männern dominiert. Was das konventionelle Bild von Männlichkeit angeht, so geht davon aus, dass Männer stets stark und tapfer sein müssen. Wer sich diesem Image nicht unterwirft, läuft Gefahr, dass häusliche Gewalt entsteht.

Future Dome

Der ländliche Raum steht vor großen Herausforderungen: Inzwischen lebt über die Hälfte der Menschen weltweit in Städten. Warum ist das so? Und wie sieht der perfekte ländliche Raum für junge Menschen aus, damit sich die Abwanderung in die Stadt verringert? Anders gefragt: Wie können junge Menschen durch Designmethoden ihre Vorstellungen für zukünftige attraktive ländliche Räume so ausdrücken, dass sie für andere verständlich sind und visuell überzeugen können? 

Dies herauszufinden ist Ziel des „Future Domes“. Denn: Jungen Menschen ein Mitspracherecht zu geben, kann die Transformation vorhandener ländlicher Räume in attraktivere Lebensräume unterstützen. Sich selbst andere Zukünfte vorzustellen, ist eine Kompetenz, die im Dome gefördert wird. Dieser ist eine mobile Ausstellungsfläche, in der Zukunftsideen visualisiert werden. Eine KI generiert im Innenraum des Domes in einer eigenen Anwendung eine panoramatische 360-Grad-Perspektive. Auf diese Weise werden die eigenen Zukunftsvorstellungen erlebbar gemacht.