„Findus“ ist ein Tauschort für den öffentlichen Raum, an dem Nachbarschaften Kleidung und Gegenstände hinterlassen und nehmen können. Der Gestaltung des Schranks liegen fünf Prinzipien zugrunde, die auf den Erfahrungen verschiedener Betreiber*innen von Tauschorten in Berlin basieren: Eine Hubwagenaufnahme macht den „Findus“ mobil, er kann einfach angeliefert und versetzt werden. Der Schrank ist mit einem massiven Betonfundament und einem Stahlgehäuse stabil und robust genug für den öffentlichen Raum. Um auf die Bedarfe von verschiedenen Nachbarschaften reagieren zu können, ist Findus modular konzipiert und kann flexibel mit Ablageflächen, Kleider- oder Büchermodulen ausgestattet werden. Mit den auffälligen bunten Fenstern ist der Tauschort im öffentlichen Raum außerdem gut sichtbar. Die integrierte Sitzbank betont den Charakter des Tauschschranks als sozialen Ort. „Findus“ fördert so neben lokaler Kreislaufwirtschaft nachbarschaftlichen Austausch und die Aufenthaltsqualität im Quartier.
Kategorie: Material
0GT – Zero Gravity Training
Bei Langzeitmissionen im Weltall haben Astronaut*innen mit Muskelschwund und Knochenabbau zu kämpfen. Das „0GT“ ermöglicht ein umfangreiches und effektives Ganzkörpertraining mittels Kabelzugsystem. Durch die dreidimensionalen Freiheitsgrade und konstante Belastungskurven der 12 Kabelzüge, werden Muskeln intensiver trainiert und die kleinen stabilisierenden Muskeln im gesamten Körper angesprochen. Die AR-Brille simuliert Trainingsprogramme wie z. Bsp. Klettern und gestaltet das Training effektiv und spannend. Mit EMS kann zusätzlich Tiefenmuskulatur erreicht und Trainingszeit verkürzt werden. Eine Vielzahl von Isolationsübungen sind ebenfalls möglich. Bei Nichtnutzung des Geräts werden die Module automatisch verstaut und der Raum kann anderweitig genutzt werden. Es soll in Raumstationen und Raumschiffen sowie an Orten mit geringer Schwerkraft Einsatz finden.
A Graphic Guide On Female Tropes
Ganz früh, eigentlich schon von Geburt an, werden wir für das was wir tun, was wir mögen oder auch hassen, für das was wir sind oder werden, beurteilt. Vorgefertigt in unseren Köpfen existieren Wortgebilde, typische Redewendungen und Klischees, die uns von unserer Gesellschaft auf die Zunge gelegt werden. Individuell erhalten die Begriffe Bedeutungen, für uns selbst, aber auch für die Menschen, die um uns stehen: Tussi, Karrierefrau, Pferdemädchen, BossBitch, Schlampe, Katzenlady, Emanze und Möchtegernfeministin. Die genannten Female Tropes haben häufig ihren Ursprung im Sexismus, in veralteten Rollenbildern und in internalisierter Mysogenie. Die Bachelorarbeit „A Graphic Guide on Female Tropes“ thematisiert diese Stereotypen und vereint sie illustrativ und graphisch in einer Art Nachschlagewerk.
The Boiling Purple
Die Masterarbeit „The Boiling Purple“ beschäftigt sich mit den Gesundheitsrisiken ultravioletter Strahlung und nutzt Daten des Deutschen Wetterdienstes, um die Dringlichkeit der Sensibilisierung für dieses Thema zu unterstreichen.
“The Boiling Purple“ ist eine Kollektion von fünf Strandtüchern, die den Einfluss der UV-Strahlung auf Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft untersuchen. Die Entwürfe kombinieren harmonisch Farben und Grafiken und verwenden recyceltes Nylon (Econyl) und das Material “Sunkolor”, das sich bei starker UV-Strahlung violett verfärbt. Die Integration wissenschaftlicher Daten in gewebte Textilien erhöht deren sensorischen und haptischen Wert und erweitert ihre Informationskapazität. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Frage, wie der rasche Klimawandel neue Designlösungen für den Alltag erfordert, die die laufenden Veränderungen in der Umwelt und im Menschen unterstreichen.
ELA
Die Idee hinter dem Konzept von „ELA“ ist es ein anpassbares und erweiterbares System zu schaffen, das sich den Bedürfnissen der Nutzenden anpasst und individuell genutzt werden kann und soll die Lagerung von Kleidung in verschiedenen Zuständen ermöglichen. Das modulare System soll eine schnelle und unkomplizierte Nutzung bieten und sich der Problematik von unstrukturierten Kleidersammlungen sowie unästhetischen Wäscheständern annehmen, indem es ein unverzichtbarer Bestandteil der Einrichtung wird. Dadurch soll das lästige Verstauen oder Wegstellen eines herkömmlichen Wäscheständers vermieden werden. Die Benutzerfreundlichkeit soll Freude beim Gebrauch bereiten und die Motivation steigern, Kleidung ordentlich aufzuhängen. Ein besonderer Fokus liegt darauf, die Aufbewahrung von getragener Kleidung zu erleichtern, um zu ermutigen, Kleidungsstücke nicht voreilig zu waschen. Stattdessen soll die Lüftung der Kleidung bevorzugt werden, um einen bewussteren Umgang mit der Kleidung zu fördern.
Die Beziehung zwischen Mensch und Natur
Der Entwurf reflektiert das Spannungsfeld zwischen Natur, Mensch und Technologie und präsentiert einen umweltgestalterischen Ansatz, der lokale Materialien und additive Fertigungsmethoden nutzt. Zentrales Element ist eine begehbare, additiv gefertigte Installation, die unmittelbare, multisensorische Natur- und damit auch Selbsterfahrungen anbietet. Die Installation wird in der Natur aus lokal vorkommendem Lehm durch einen mobilen 3D-Druckers vor Ort gedruckt. Der Entwurf zeigt, dass ein bewusster Umgang mit fortschrittlicher Technologie und die Integration von natürlichen Ressourcen entscheidend sind, um eine nachhaltige und respektvolle Beziehung zur Natur zu pflegen. Die offene Spiralform schafft einen geschützten Raum, der dennoch Umwelteinflüsse ins Innere lässt und somit die Entstehung ökologischer Nischen fördert. Dadurch wird die Beobachtung und Teilnahme an Naturprozessen in einem geschützten Umfeld ermöglicht.
Conceptual Cartography
Zusammenarbeit ist der Schlüssel zur Schaffung einer nachhaltigeren Gesellschaft. Designer*innen können von dem Konzept der Boundary Objects profitieren, das beschreibt, wie Arbeit über soziale Grenzen hinweg durch materielle oder verfahrenstechnische Arbeitsvereinbarungen koordiniert werden kann, ohne dass ein Konsens erforderlich ist. Stellen Sie sich eine Produktskizze vor, die Ihre Vision nach außen trägt und es anderen ermöglicht, Verbesserungen vorzuschlagen – was zu einem besseren Produkt führt. Designforscher*innen stehen jedoch vor einer Herausforderung: Boundary Objects sind so populär, dass sich in verschiedenen Bereichen viele Definitionen mit unterschiedlichen Grundannahmen herausgebildet haben. Welche soll man verwenden? Der Navigationsrahmen, der auf der Grundlage einer umfassenden Literaturrecherche entwickelt wurde, bietet einen Überblick über die gängigsten theoretischen Cluster. Dieser Rahmen hilft Designer*innen dabei, das Konzept effektiv zu nutzen und ihre analytischen Fähigkeiten in der Designforschung zu verbessern.
Ronda Senso
„Ronda Senso“ ist ein offen gestaltetes Möbelkonzept, welches aus einem niedrigen Podest und einem dazugehörigen flexiblen, modularen Rollmöbel besteht. Der Name „Ronda Senso“,portugiesisch für ,,Runder Sinn’’ lehnt sich an die runden Formen und die vielfältigen Sinne, die bei der Verwendung dieses Möbels angesprochen werden. Alles geht Hand in Hand, da alle Sinne miteinander verknüpft sind. Bei diesem Projekt ging es vor allem darum, den Raum besser zu nutzen und die verschiedenen Aktivitäten/Ecken besser zu kombinieren. Die Vision für den Raum war ein natürlicheres, offeneres Bild zu schaffen, mit harmonischen Farben und Formen die im Einklang mit der Funktion sind. Wie der Morgenkreis soll mein Möbelkonzept den Kindern Sicherheit vermitteln und Ihre Fähigkeiten fördern. An den richtigen Stellen unterstützen, aber auch ihr eigenes Selbstvertrauen stärken. Wichtige Einflüsse für das Möbelkonzept waren Montessori, Pickler und auch die Reggio Pädagogik.
Capsule
„Capsule“ ist eine Aufbewahrungsmöglichkeit für Kleidungsstücke, die dazu dient, den herkömmlichen Stuhl als Kleiderablage zu ersetzen. Das Konzept hinter „Capsule“ wurde entwickelt, um der Kleidung die nötige Wertschätzung zukommen zu lassen, indem es einen Übergangsraum zwischen sauberer und schmutziger Kleidung schafft. Durch das Design bietet „Capsule“ nicht nur Platz für Kleidung, sondern ermöglicht es auch, darauf Platz zu nehmen. Die Röhre, die an eine moderne Wäschetrommel erinnert, ist mit Löchern versehen, durch die die Materialien der Kleidung zum Vorschein kommen. Dies verleiht dem Objekt eine eher skulpturale Erscheinung und erinnert weniger an ein herkömmliches Möbelstück. Die Gestaltung trägt dazu bei, dass „Capsule“ spielerisch genutzt werden kann. Der Holzblock kann umgedreht als Hocker verwendet werden und es besteht die Möglichkeit die Röhre als Garderobe an die Wand zu hängen oder neben dem Hocker zu stellen.
LABORA
Leder ist ein Naturprodukt, das für seine Eleganz, Langlebigkeit und Vielseitigkeit bekannt ist. Allerdings hat sich durch chemische Gerbverfahren die Lederherstellung zu einem problematischen Prozess für Mensch und Umwelt entwickelt. Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit den negativen Auswirkungen, die daraus resultieren. Sie sammelt, kategorisiert und vergleicht zunächst zukunftsorientierte Verbesserungsmöglichkeiten für den Gerbprozess sowie alternative Materialien. In Kooperation mit der Revoltech GmbH konnte daraufhin der Entwurf einer Tasche aus einem Prototyp der innovativen und kreislauffähigen Lederalternative „LOVR“ realisiert werden. Der Schwerpunkt der Gestaltung lag dabei darauf, die optische Wirkung dieses neuartigen Materials anhand eines typischen Lederproduktes, der Aktentasche, zu veranschaulichen und dadurch „LOVR“ als neuen Werkstoff zu etablieren. „LABORA“ bietet einen möglichen Ausblick auf eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung durch Materialforschung.