learning by using

„we shape our tools, and thereafter our tools shape us“ (john m. culkin)

der einfluss von produkten ist omnipräsent. die arbeit ‚learning by using’ deckt auf, dass dieser sich nicht nur auf das verhalten von nutzer:innen erstreckt, sondern direkt deren wissen beeinflusst. so helfen bspw. navigationsgeräte, die richtige route zu finden, wirken sich aber negativ auf den natürlichen orientierungssinn aus.

die arbeit überführt das phänomen der lernerfahrung in ein theoretisches modell und leitet daraus einen gestaltungsansatz ab, der gestalter:innen befähigt, produkte mit neuem mehrwert zu gestalten. der ansatz besteht aus sechs gestaltungsprinzipien und der learning experience methode (lxd-methode), die sich problemlos in bestehende gestaltungsprozesse integrieren lassen. diese werkzeuge werden in der arbeit an demonstratoren angewandt: u. a. ein taschenrechner, durch welchen die nutzer:innen rechnen lernen, oder ein wasserspender für mehr verantwortungsbewusstsein im umgang mit wasser.

Berta, Family & Friends

Textile Designobjekte mit Charakter.

Die Schafe selbst waren Inspirationsquelle für eine Reihe von textilen Objekten. Die Wolle von Berta, Family & Friends, der Herde Shetlandschafe, wurde eigenhändig geschoren und zu Textilien verarbeitet. Duris Vlies stach durch seine natürlichen Farbverläufe sowohl in der Faser als auch über das gesamte Vlies hervor. Es wurde einseitig verfilzt – auf der einen Seite festes Textil, auf der anderen die ursprüngliche Fellstruktur.
Eine flächige Färbung hebt den natürlichen Verlauf hervor – kräftiges Blau blitzt durch die Spitzen und lädt zur haptischen wie visuellen Erkundung ein.

Die enge Verbindung zum Tier und der unmittelbare Herstellungsprozess verleihen den Objekten eine besondere Authentizität und schaffen Wertschätzung – für das Schaf, das Material und das Produkt.
Die bewusste Nutzung europäischer Wolle – eines oft übersehenen Materials – ist zugleich ein gestalterisches und ökologisches Statement.

SunDrops | collecting solar energy

Für Privatpersonen in städtischen Gebieten ist der Zugang zu erneuerbaren Energien oft beschränkt. Während Eigenheimbesitzer oft schon Zugang zu Photovoltaiklösungen auf ihren Dächern haben, wird Mietern der Zugang zu solchen Technologien häufig verwehrt. Bestehende Solarmodule für Balkone sind im Wesentlichen die gleichen wie die für Dächer.
SunDrops ermöglicht den Zugang zu dezentraler Energieerzeugung für Mieter, indem es den Balkon nutzt, und bietet eine werkzeuglose Installation, wodurch die Hemmschwelle, mit der eigenen Stromerzeugung zu beginnen, gesenkt wird.
Die kompakte Bauweise und das Design sollen eine breite Akzeptanz fördern und machen erneuerbare Energien auch für Mieter zugänglich.
Durch die Nutzung vorhandener Flächen im städtischen Raum trägt SunDrops zur Demokratisierung der Energieversorgung und zur aktiven Beteiligung an der Energiewende bei. SunDrops gestaltet Materialien und Oberflächen für Photovoltaik so um, dass sie in bestehende Außenanlagen passen.

Holobiont

Holobiont untersucht das Potenzial von Mikroalgen als kreislauffähigen Biorohstoff und richtet den Blick auf die unsichtbaren, aber fundamentalen Wechselwirkungen zwischen Mikroben, Wurzeln und Pflanzen in urbanen Ökosystemen. Ein autarker Photobioreaktor zur standortunabhängigen Kultivierung und Ernte von Mikroalgen am Ort der Nutzung steht im Zentrum des Konzepts. Mikroalgen enthalten wertvolle Nährstoffe und Phytohormone, die als natürliche Bodenhilfsstoffe die Pflanzengesundheit fördern, die Biodiversität stärken, Schadstoffe neutralisieren und die Regenerationsfähigkeit von Stadtökosystemen erhöhen. Das Designkonzept vermittelt zukunftsweisend, wie Mikroalgen in biologische Prozesse innerhalb der Stadt integriert werden können, um urbane Ökosysteme resilienter gegen zunehmende Umweltbelastungen wie Hitze, Trockenheit und Schadstoffe zu machen. Das Objekt ist aus langlebigen Monomaterialien gefertigt und so konstruiert, dass alle Rohmaterialien in ihre Rohstoffkreisläufe rückführbar sind.

C808

Connecting.808 ist ein Diplomprojekt, das die Komplexität klassischer elektronischer Musikproduktion reduziert und eine intuitive, immersive Benutzererfahrung ermöglicht. Im Zentrum steht ein modulares System, das Nutzer befähigt, einzelne Klangbausteine wie Basslines, Synths und Percussion-Elemente separat zu speichern, zu bearbeiten und live miteinander zu kombinieren.
Eine innovative Gestensteuerung erlaubt es, die Dynamik der Bausteine durch die räumliche Anordnung der Devices in Echtzeit zu modulieren. Ergänzend ermöglichen berührungssensitive Oberflächen mit LED-Matrix die Steuerung von Effekten wie Reverb und Delay sowie die gezielte Auswahl von Samples.
Connecting.808 integriert Hard- und Software in einem nutzerfreundlichen Interface, das kreative Freiheit fördert und technische Barrieren minimiert. Ziel ist es, Musikproduktion zu demokratisieren und eine neue, physisch erfahrbare Form der Klanggestaltung zu etablieren.

LÄISA

LÄISA ist ein fahrbares Gehäuse und Interface zur sicheren und kindgerechten Nutzung von Lasercuttern. Es wurde für Schulen und Kinder ab acht Jahren entwickelt. Die User legen eine Handzeichnung der gewünschten Schnittkontur auf die ausklappbare Arbeitsfläche. Eine Kamera erfasst die Form, und ein Projektor wirft diese wieder auf die Arbeitsfläche. Projizierte Erklärungen und Grafiken leiten die User zum fertigen Bauteil. Es können Holzplatten bis zu 12 mm eingelegt werden, und die Kontur wird bearbeitet und ausgeschnitten. Das Gerät ersetzt damit den Umgang mit einer professionellen Software und öffnet einer großen Zielgruppe das Arbeiten mit Lasercuttern. Beim Schneiden entsteht Rauch, die abschließbare Serviceklappe ermöglicht den werkzeugfreien Wechsel von Luftfiltern der internen Absaugung. Das Gehäuse ist höhenverstellbar und kann so an Altersgruppen oder auch das Arbeiten im Stehen angepasst werden. LÄISA ist mit dem Rollstuhl unterfahrbar und kann einhändig bedient werden.

Oneiroi

Oneiroi ist eine Büchersammlung zum Thema Träumen, bestehend aus fünf Bänden. Um den oft fragmentierten und verwirrenden Charakter eines Traums einzufangen, welcher uns Menschen häufig morgens desorientiert zurücklässt, folgt die Büchersammlung bewusst nicht den typischen Konventionen einer Buchreihe. Die Bände variieren in ihrem Format und behandeln verschiedene Aspekte des Träumens. Sie können in beliebiger Reihenfolge gelesen werden und funktionieren sowohl einzeln als auch zusammen.

Eines der Bücher dient als Schlüsselelement: Es beinhaltet Zusatzinhalte der anderen vier Bücher und lässt sich durch Drehen und Verschieben physisch an diese anlegen. Durch verschiedene Indizien lassen sich die passenden Seiten den Büchern zuordnen, wodurch ein interaktiver Prozess des Verknüpfens und Erinnerns entsteht – ähnlich dem Versuch, die Bruchstücke eines Traums zusammenzufügen.

Die Kunst des Aufschiebens

Es gibt viele Menschen, die sich manchmal dabei ertappen, sich mit Nebensächlichkeiten abzulenken, obwohl man sich eigentlich einer wichtigen Aufgabe widmen sollte.
Dieses Phänomen wird als Prokrastination oder auch „Aufschieberitis“ bezeichnet.
In meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass die Prokrastination nach aktuellem Forschungsstand nicht nur schlechte Seiten hat, sondern auch die Kreativität fördern kann.
Darauf basierend habe ich ein Journal gestaltet, das vor allem Kreativen, die bei ihren Arbeitsprozessen zur Prokrastination neigen, als Unterstützung und Wegbegleiter dienen soll.
Das Journal ist in verschiedene Abschnitte eingeteilt, mit denen man arbeiten kann, je nachdem, in welcher Situation man sich während des Prozesses befindet (z. B. Motivationslosigkeit, schlechtes Gewissen durch Prokrastination). Jeder Abschnitt startet mit einer kurzen Einleitung und darauf folgen praktische Anwendungen, wie z. B. die Motivation gesteigert werden kann.

Cocktails & Creativity

Im Rahmen des Masterprojekts „Cocktails & Creativity: The Essence of Cocktail Culture“ habe ich die essentielle Grundausstattung einer Bar in einem kombinierten Barutensil vereint. Nach einem ausführlichen historischen und popkulturellen Einstieg in die Bar- und Cocktailkultur definierte ich, welche Utensilien zur unverzichtbaren Basisausstattung gehören – also jene Werkzeuge, die notwendig sind, um die meisten klassischen Cocktails zuzubereiten.
Als gestalterische Grundlage diente die von mir entworfene fiktive Cocktailbar „Circolo Cremisi“, die eine stilistische Richtung sowie eine bestimmte Atmosphäre vorgibt, welche sich im finalen Entwurf widerspiegelt.
Das daraus entwickelte multifunktionale Barutensil – bestehend aus Cocktailshaker, Barmaß, Barsieb, Barlöffel, Stößel und Rührglas – ermöglicht die Zubereitung aller gängigen Cocktailklassiker.

Dar in Miyāne

Dar in Miyāne erforscht die Verbindung von Schrift und Sprache und deren Bedeutung für das eigene Selbstverständnis im Kontext der Migration.
Sie erzählt die Geschichten von Menschen aus unterschiedlichen Regionen der Welt und vermittelt persönliche Erfahrungen in fremden Sprachräumen.
Vergängliche Wort-Objekte und ephemere Rauminstallationen materialisieren sich durch persische Schrift und Sprache und verweben sich mit unseren Körpern. Sie entfalten ihre Wirkung auf eine sinnliche und vielschichtige Weise.