Konzept eines emissionsfreien Krabbenkutters

Das Krabbenfischen ist von der norddeutschen Küste nicht mehr wegzudenken, schon seit Jahrzehnten ist es ein Grundpfeiler der Wirtschaft und Nahrungsversorgung vieler Küstenstädte. Durch Faktoren wie die Großfischerei wurde jedoch die Krabbe zu einem reinen Konsumprodukt. Steigende Nachfrage und immer größere Fangschiffe hatten sinkende Bestände und ein stärker bedrohtes Ökosystem zur Folge. Des Weiteren verlor die private und familiäre Kleinfischerei an Bedeutung.

Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, gibt es das Eco-Kutter-Konzept. Dieser knapp 20 Meter lange Kutter setzt neue Technologien ein, um das Krabbenfischen nachhaltiger und zukunftssicherer zu machen. Durch eine Hybridlösung mit einem elektrischen Azi-Pod-Antrieb und einer modularen Energieversorgung, bestehend aus einem mit E-Fuels betriebenen Generator und Batterien, können verschiedene schädliche Umwelteinflüsse reduziert werden.

Traces of places

Tags, die ursprünglichste Form des Graffiti. Sie sind ein Hinweis auf menschliche Anwesenheit mit einem Ausdruck von Identität, den jeder von uns heutzutage hinterlassen möchte – nicht nur analog, sondern auch virtuell.
Jeder von uns besitzt mittlerweile zwei Identitäten, ohne dass uns das bewusst ist. Man möchte einen Teil seiner Identität konservieren und für die Nachwelt festhalten. Die analoge Form des Taggens hingegen ist nur kontemporär, flüchtig und nicht für die Ewigkeit. Sie verblassen, verschwinden, werden entfernt oder „gecrosst“. Genau das war Grund und Anlass, sie festzuhalten.
Um eine Verortbarkeit und Unverwechselbarkeit herzustellen, ohne bloße Kopien der Kunstwerke durch Fotografie zu erzeugen, wollte ich dennoch, dass die Orte eine Rolle spielen. Hier kam meine zweite Faszination ins Spiel: Spiegelungen. Hinweise auf die Orte, wo ich die Tags gefunden habe. Orte, die belebt und nun verlassen sind.
Wäre die Welt ohne Tags eine ohne Seele? …

ArtJourney

Sich im breiten Angebot an Kunstausstellungen und Institutionen zurechtzufinden, kann eine Herausforderung sein. Die Plattform ArtJourney begleitet Kunstneulinge bis -kenner deswegen ganzheitlich auf ihren individuellen Entdeckungsreisen durch die deutsche Kunstmuseumslandschaft: Vom Entdecken ihrer Interessensgebiete und dem gezielten Suchen dazu passender Ausstellungen, über das Merken ihrer Favoriten bis hin zum abschließenden Dokumentieren der tatsächlich besuchten Ausstellungen und dem Teilen ihrer Eindrücke mit der Community. Damit ist die Webseite ein innovativer Kanal für Kunstmuseen, um ihre Attraktivität zu steigern, einer breiten neuen Zielgruppe einen Überblick über ihre Ausstellungen zu verschaffen und ihnen Motivation zu liefern, einen Museumsbesuch in die Tat umzusetzen.
Das Abschlussprojekt erprobt, wie Design mit und für Kunst im Fokus gestaltet sein kann, ohne sie zu überlagern.

Mimicrisis

Leben ist Anpassung.
Wir sind Künstler*innen darin, unsere Umgebung an uns anzugleichen.
Wie wir uns aneinander anpassen, ist dagegen schwerer zu durchschauen.
Nicht immer ergeben die Verbindungen, die wir eingehen, Sinn. Das interessiert uns aber gar nicht. Wir nehmen und wir geben, wir verbiegen uns in eine Gruppe hinein und legen einer anderen unsere Werte auf. Wir können entscheiden, zu wessen Wohl wir handeln, und sogar mit Absicht Dinge tun, die für das reine Überleben unvorteilhaft sind.
Mimicrisis beschäftigt sich mit den Verbindungen, die wir mit anderen Menschen eingehen. Durch ein System von variabel verknüpfbaren Kleidungsstücken entstehen aus mehreren Körpern Formen, die soziale Verbindungen und Verbiegungen visualisieren und durch Performance erlebbar machen.

CARBOGEM

85% of the world’s oyster reefs have disappeared due to human-induced pollution, overfishing, climate change, and ocean acidification. This is alarming, as reef biodiversity hotspots are essential to marine ecosystems. Coastal communities also rely heavily on the health of oyster reefs, which provide critical ecosystem services such as water filtration and protection against flooding and erosion.

Fortunately, numerous initiatives are working to restore these vital ecosystems using artificial reefs, most commonly made from concrete. However, conventional concrete has a high CO₂ footprint, further exacerbating the issue.

CARBOGEM is a reef restoration module made from a novel bio-based concrete developed in collaboration with the Fraunhofer Institute. It incorporates oyster shell waste, an algae-derived binder, and biocementation facilitated by photosynthetic cyanobacteria, making the concrete 100% renewable with the potential to actively capture CO₂. Turning carbon into gems.

TubeSlicer

Bisher war CNC-gesteuertes Plasmaschneiden von Metallrohren der Industrie vorbehalten. Dieses Projekt ermöglicht es, passgenaue Verbindungen aus Rohren auch auf engem Raum oder direkt auf der Baustelle zu schneiden.
Der CNC-Plasmaschneider wurde für Handwerker*innen, Prosumierende und Maker entwickelt. Ähnlich wie bei bestehenden Open-Source-Maschinen können die Bauteile in einem lokalen Fablab gefertigt werden, und Materialien, Elektronik und Software sind leicht verfügbar und kostengünstig.
Zudem kann die Maschine von jedem Benutzer verbessert und erweitert werden, da die 3D-Daten kostenlos zur Verfügung stehen und weitergegeben werden können.
Die archetypischen Werkzeuge wurden mit der Maschine hergestellt und hinterfragen die Beziehung zwischen Mensch und Technik.

Normativität und Aberration archetypischer Schmucktypologien

Diese Arbeit widmet sich der Frage, wie das Abweichende – das Fehlerhafte, das Ungewohnte – als gestalterisches Prinzip genutzt werden kann. Phänomene aus verschiedenen (natur-)wissenschaftlichen Disziplinen werden analysiert und deren Essenz auf Schmuck übertragen. Ausgangspunkt der Gestaltung sind vertraute oder ikonische Schmuckklassiker, die durch gezielte Eingriffe verfremdet und neu interpretiert werden. Dabei reicht das Spektrum der gestalterischen Veränderungen von subtilen, kaum wahrnehmbaren Modifikationen bis hin zur vollständigen Loslösung vom ursprünglichen Vorbild.

Als Grundlage dienen unter anderem biologische Mutationen, soziale Divergenz, physikalische Anomalien sowie digitale Störungen (Glitches). Durch diese Irritationen wird der Blick auf vertraute Formen gebrochen, um Normen sichtbar zu machen, zu hinterfragen und neue Perspektiven im Umgang mit Design zu eröffnen.

wool venture

wool venture – Molding of Nonwovens erforscht ein neuartiges Formungsverfahren für Wollfilz, bei dem Kleidungsstücke direkt im Nassfilzprozess geformt werden. Die einzelnen Formteile können anschließend durch ergänzende Filztechniken – ganz ohne Garn und Nähte – verbunden werden. Durch das Wegfallen klassischer Verarbeitungsschritte wie Spinnen, Weben oder Nähen werden Transportwege, Maschinenaufwand und CO₂-Emissionen deutlich reduziert. Ein eigens entwickelter, variabler Leisten ermöglicht das gezielte Formen von Kleidung in unterschiedlichen Größen. In einer Case Study entstand eine motorradinspirierte Jacke aus 100 % Wollfilz mit geformten Protektoren an Schultern und Ellenbogen. Die Kombination aus technischer Ästhetik, Monomaterialität und nahtloser Reparierbarkeit macht den Prototyp zu einem Beispiel für nachhaltige, zukunftsweisende Textilproduktion.

Werte und Kitsch

Kitsch wird oft als geschmacklos, sentimental oder oberflächlich abgewertet – obwohl er Emotionen, Teilhabe und Zugänglichkeit ermöglichen kann. Die Bachelorarbeit „Werte und Kitsch“ untersucht diese Diskrepanz und legt offen, inwiefern gesellschaftliche Normen und Machtverhältnisse zu dieser Abwertung beitragen. Dazu werden die tatsächliche Wirkung sowie die Inhalte und Qualitäten von Kitsch analysiert. Auf dieser Grundlage entsteht eine Sammlung aus fünf kommunikativen Objekten und ein Manifest, das Kitsch als politischen Ausdruck neu verhandelt. Die Arbeit versteht Design als gesellschaftliches Werkzeug: nicht nur zur Problemlösung, sondern als Mittel zur Reflexion, zum Infragestellen und Sichtbarmachen. Sie zeigt, dass Gestaltung dann wirksam ist, wenn sie Emotionalität zulässt, Vielfalt fördert – und veraltete Denkstrukturen aktiv hinterfragt, statt sie weiterzutragen.

KippCart

Das KippCart ist eine modulare Transporthilfe, die den intermodalen Transport im urbanen Raum ermöglicht. Es ist für die Bedürfnisse von urbanen Kleingärtnern konzipiert und erleichtert stadtweite Transporte, unabhängig vom Auto, indem es im ÖPNV mitgeführt werden kann. Die universelle Handhabung und intuitive Bedienung in Kombination mit einer kompakten, robusten und krafteffizienten Bauweise sorgen für die nötige Akzeptanz und Sicherheit im ÖPNV. Die Anpassung an verschiedene Transportbedürfnisse wird durch austauschbare Module ermöglicht. Eine gemeinschaftliche Nutzung bietet zudem einen günstigen Zugang für umweltschonende Transporte.