pod

Die Elektromobilität ist entscheidend für die Energiewende, doch eine unzureichende Ladeinfrastruktur bremst ihre Verbreitung. Schwere Ladekabel, lange Wartezeiten, schlecht zugängliche Stationen und städtische Vorschriften erschweren besonders in Ballungsräumen das Laden von E-Fahrzeugen. Dieses Designprojekt entwickelt ein mobiles Ladesystem, das wie ein Lieferroboter arbeitet: Es bringt Strom direkt zum Fahrzeug und startet den Ladevorgang automatisch. So entfällt der Weg zur Ladestation. Das System „pod“ ergänzt die bestehende Infrastruktur flexibel und effizient – etwa in Parkhäusern, auf Außenparkplätzen oder in Wohngebieten ohne eigene Lademöglichkeiten. Per App steuerbar, kompakt und benutzerfreundlich gestaltet, ermöglicht „pod“ eine zeitsparende und zugängliche Ladelösung für den urbanen Raum. Ziel ist es, Ladebarrieren abzubauen, die Akzeptanz von E-Mobilität zu erhöhen und nachhaltige Mobilität zu fördern.

HALO

Halo ist ein KI-gestütztes Wearable, das für sehbehinderte Menschen entwickelt wurde. Um den Kopf getragen, vereint es Kameras, Kopfhörer und ein haptisches Feedbacksystem, um visuelle Informationen in akustische und taktile Signale zu übersetzen.
Nutzer*innen können mit Halo jederzeit Fragen zu ihrer Umgebung stellen: „Welcher Bus fährt gerade ein?“ oder „Wie lange ist diese Milch haltbar?“. Die integrierte KI erkennt Objekte und Text in Echtzeit. Sie bewertet Informationen kontextbezogen – basierend auf Ort, Aktivität und Nutzerpräferenzen – und liefert situativ relevante Hinweise und Warnungen.
Ein zentrales Element ist das haptische Feedback: Sechs Vibrationsmotoren im Nacken vermitteln Richtungsinformationen über gezielte Impulse, ganz ohne Sprache. Diese Orientierungshilfe ermöglicht z. B. im Supermarkt das gezielte Greifen nach einem bestimmten Produkt.
Halo ist leicht, intuitiv bedienbar und fördert Selbstbestimmung und Sicherheit im Alltag.

Soziale Innovation

Impact Startups stehen in einem Spannungsfeld zwischen sozialer Mission und unternehmerischer Realität. Diese Masterarbeit entwickelt eine strategische Designlösung, um Sozialunternehmer:innen in der Frühphase durch ein hybrides Wirkungsmanagement-Tool zu befähigen, ihre gesellschaftliche Wirkung eigenständig zu planen, durch Datenerhebung zu analysieren, zu verbessern und überzeugend zu kommunizieren. In enger Co-Creation mit Gründer:innen wurden konkrete Bedarfe identifiziert, interaktive Prototypen gestaltet und in Anwendungskontexten getestet.

Als Ergebnis entstand das Impact Management Hub: Das digitale Tool vermittelt wirkungsorientiertes Arbeiten niedrigschwellig und fördert die partizipative Zusammenarbeit mit den Zielgruppen von Impact Startups. Methodisch kombiniert die Arbeit Design Thinking mit sozialwissenschaftlicher Fundierung und zeigt, wie strategisches Design konkrete Werkzeuge bereitstellen kann, um die Entwicklung sozialer Innovationen in der Praxis zu fördern.

Q • MED

Die heutige Erfassung von Gesundheitsdaten ist fragmentiert, ineffizient und oft mit Informationsverlusten verbunden. Q • MED nutzt modernste Technologien, um die Diagnostik der Zukunft intelligenter, schneller und persönlicher zu machen. Es revolutioniert den Prozess, indem es den Menschen ins Zentrum der Gesundheitsversorgung stellt. Statt aufwendiger Arztbesuche erfolgt die Datenerhebung kontinuierlich und unbewusst im Alltag durch intelligente, KI-gestützte Technologien, die in der gewohnten Umgebung eingesetzt werden. So lassen sich individuelle Gesundheitsmuster frühzeitig erkennen, Krankheiten im Anfangsstadium identifizieren und präventiv behandeln. Q • MED ermöglicht eine einfache, nicht-invasive Nutzung und schafft durch greifbare, vertrauensvolle Systeme Sicherheit, besonders für eine alternde Gesellschaft. So entsteht ein neues Gesundheitsverständnis: präventiv, effizient und menschenzentriert.

the power of pattern

Textilien und Muster tragen tief verwurzelte Macht oder Ohnmacht, geprägt durch Stereotype und historische Symboliken. Der Mensch wird zur Leinwand des Textils, wobei eine wechselwirkende Beziehung zwischen Textil und Körper entsteht. Nadelstreifen symbolisieren urbane Macht und Erfolg, lange eng verknüpft mit Männlichkeit, während der Blaudruck eher ländliche, konservative Werte verkörpert. Die Versuchsreihe analysiert, wie kleine Änderungen verschiedener Parameter die Wahrnehmung und Aussage von Mustern verändern und Stereotype entkoppeln können. Was liegt dazwischen – hängt Macht am einzelnen Faden?

SUMO

SUMO ist ein 2,80 m großes, pinkes Wesen – eine überdimensionale, weiche Stoffskulptur, die zum Verweilen einlädt. SUMO verbindet spielerische Monumentalität mit der Idee des Müßiggangs und stellt die Frage: Warum fällt es uns so schwer, nichts zu tun? Mit seiner auffälligen Präsenz im semi-öffentlichen Raum (beispielsweise im Büro, der Bibliothek oder der Uni) schafft es einen sichtbaren Ort für Entspannung und fordert dazu auf, Pausen ohne Scham zu nehmen.

Durch seine flexible Konstruktion mit Karabinern an den Ohren und Laschen an den Beinen kann es in verschiedene Positionen gebracht und mit der Umgebung verbunden werden. So kann SUMO ein Sessel, eine Möglichkeit zum Füße hochlegen, eine Liege und vieles Weitere sein. SUMO ist mehr als ein Möbelstück, es ist ein Statement für die Notwendigkeit des Nichtstuns in einer Gesellschaft, die Produktivität über alles stellt.

NotBook & NotApp

Durch meine Recherchen im Rahmen meiner Diplomarbeit zu Umweltkatastrophen habe ich erkannt, dass der Katastrophenschutz in Deutschland großes Verbesserungspotenzial bietet – insbesondere bei Warnsystemen, Aufklärung und der Förderung der Selbsthilfefähigkeit. Ziel war es, eine Lösung zu entwickeln, die die Bevölkerung wirksamer warnt und vorbereitet. Die NotApp bietet personalisierte Warnprofile und konkrete Handlungsanweisungen für verschiedene Katastrophenlagen. Digitale Checklisten unterstützen bei der Vorratshaltung. Ergänzt wird sie durch Artikel zu Vorsorge und Verhalten sowie ein Quiz und ein Maskottchen, das Inhalte visualisiert. Das NotBook informiert auch bei Netzausfall dank DAB+ Radio, aktiviert sich automatisch im Krisenfall und erteilt Handlungsanweisungen über Radiotext. Ausgestattet mit Zieh-Dynamo, Radio, Licht, Powerbank und Bluetooth-Lautsprecher ist es alltagstauglich, kompakt und barrierearm – für mehr Sicherheit und Bereitschaft im Ernstfall.

Gaia in Wonderland

Mehr wie die Natur sein – uns anpassen, das ist die große Herausforderung unserer Zeit, um uns eine aussichtsreiche Zukunft auf der Erde zu schaffen. Eine Utopie, unsere Kulturen so zu transformieren, dass sie durchweg vereinbar – vielleicht sogar symbiotisch – mit der Natur sind.

Bewährte Designlösungen der Natur geben uns Inspiration und Anleitung zur Gestaltung einer natürlicheren Umwelt. Sie zu erforschen und zu imitieren, ist zentrale Aufgabe der Produktgestaltung nach meinem Re-Evolutions-Prozess.

Die Geschirrserie „Gaia in Wonderland“ ist ein Beispiel eines natur-imitierten Gestaltungsergebnisses. Aus der Recherche nach natürlichen Formen, Materialien und Prozessen – die sich für eine Tasse eignen würden – entstand die Aufgabe, Geschirr aus einem kalkbasierten Biomaterial im 3D-Druck-Verfahren zu fertigen. Es geht darum, natürliche Ressourcen (der lebendigen Erde „Gaia“) für menschliche Bedürfnisse lediglich in unsere Kultur (das Wunderland) auszuleihen.

Sitzordnung

„Sitzordnung“ ist ein experimenteller Kurzfilm, der sich mit Macht und ihren Wirkungen im visuellen Kontext beschäftigt. Er zeigt, wie sich Hierarchien zwischen Menschen langsam aufbauen, festigen und schließlich in Isolation und Stillstand enden können. Durch den gezielten Einsatz von Farben, Bildausschnitten und Körperpositionen wird Macht nicht nur dargestellt, sondern direkt spürbar gemacht. Der Film fragt, wie Dominanz entsteht – nicht durch offensichtliche Gewalt, sondern durch kleine Verschiebungen im Raum, in der Aufmerksamkeit und im Verhalten. Dabei geht es auch darum, wie Menschen sich anpassen, unterordnen oder versuchen, dagegen anzukämpfen. Statt einer klassischen Geschichte zeigt der Film eine dichte Bildsprache, die als Sinnbild für gesellschaftliche Strukturen steht. Das Projekt lädt dazu ein, gewohnte Perspektiven zu hinterfragen und schärft das Bewusstsein für die Mechanismen sozialer Hierarchien.

Inclusive Perspectives – spielerisch in eine inklusive Zukunft

Ende 2023 leben in Deutschland etwa 9,3 % der Bevölkerung mit schwerer Behinderung. Dennoch sind Behinderungen weiterhin stark stigmatisiert und Barrieren oft nicht nur physischer, sondern sozialer Natur. Inklusion zielt daher auf eine Gesellschaft, in der alle willkommen sind und gleiche Chancen bestehen. Die vorliegende Arbeit, ein Brettspiel, rückt Inklusion spielerisch und subtil in den Fokus der Gesellschaft.

Im Fokus stehen Sehbehinderungen. Unsere Wahrnehmung ist stark visuell geprägt. Wie verändert sie sich, sobald wir uns auf andere Sinne verlassen müssen?
Interviews halfen dabei, reale Bedürfnisse und Probleme zu verstehen. Häufig wurde der Wunsch nach einem Spiel geäußert, das einen Perspektivwechsel ermöglicht: So entstand das kooperative Teamspiel „Blackbox“.

Kommunikation und Vorstellungskraft sind gefragt, um die Geheimnisse der Blackbox zu lüften. Das Spiel lädt dazu ein, sich aktiv mit Inklusion auseinanderzusetzen und Barrieren kritisch zu hinterfragen.