Swarm Lab

Simon von Schmude

Swarm Lab

Simon von Schmude
Oktober / October – 2019
Weißensee Kunsthochschule Berlin

Was ist es?
Das SwarmLab ist eine virtuelle Umgebung, die es erlaubt, Schwärme zu designen und zu testen, ähnlich wie CAD-Anwendungen das virtuelle Erstellen von Geometrien erlauben.

Als Simulationsumgebung ermöglicht SwarmLab das Entwickeln von künstlichen Schwärmen durch einen iterativen Prozess der Simulation, Beobachtung und Rekonfiguration. Dieser evolutionäre Prozess eröffnet das große Potenzial von Schwärmen als Technologie für viele Anwendungsfelder und Nutzergruppen. In der Natur haben Schwärme dieses Potenzial als Lösungsansatz für vielfältige Probleme (in verschiedenen Größen und an unterschiedlichen Orten) bereits beweisen können: Sie sind flexibel, robust und arbeiten auf eine Weise, die für Beobachter nachvollziehbar ist. SwarmLab versucht, diese Qualitäten nun auch für Designprozesse nutzbar zu machen.

Welche Rolle hat Designforschung gespielt?
Bereits während seiner Hochschulausbildung war der Forschungsaspekt für Simon von Schmude stets ein integraler Bestandteil des Designs. Für ihn kann kein Projekt ohne Kontext entstehen und die Forschung bietet eine gute Möglichkeit, um bestehende Kontexte besser zu verstehen sowie potenzielle Kontexte überhaupt erst erfassbar zu machen. Somit ist für den Designer auch jeder Designprozess mit dem Schaffen von Erkenntnissen verbunden und damit an sich schon forschend.

Mit dem Thema Schwarmintelligenz hat sich der Designer bereits in früheren Projekten auseinandergesetzt, dabei ist ihm immer wieder aufgefallen, dass das Begreifen und Nutzen von Schwärmen auch großes Potenzial für das Design bereithalten könnte. Die Benutzeroberfläche von SwarmLab bedient sich der räumlichen Anordnung von physischen Laboren, die Anwendung ist dabei in verschiedene Arbeitsbereiche unterteilt und nutzt für seine Abläufe verschiedene analoge Gesten und Gegenstände. Während seiner Abschlussarbeit war für Simon von Schmude besonders interessant zu sehen, wie viele neue Anwendungen durch das Erschließen von Schwärmen möglich beziehungsweise überhaupt erst sichtbar werden. Bei der Produktentwicklung ist die Lösung eines Problems in der Regel mit dem Gestalten eines problemlösenden Objektes verbunden. Auf SwarmLab übertragen, können dabei die Schwärme als Objektgruppen mit problemlösenden Interaktionen verstanden werden.

Warum das Projekt nominiert wurde?
Simon von Schmude hat sich mit SwarmLab einem extrem komplexen Themenfeld angenommen und wissenschaftliche Erkenntnisse eines anderen Fachbereichs nicht nur auf das Design angewendet, sondern eine Anwendung entwickelt, die es auch anderen Gestaltern möglich macht, neue Methoden auszuprobieren und von der kreativen Entwicklung neuer Lösungsansätze zu profitieren. Darüber hinaus hat er keine Blackbox geschaffen, sondern versucht, Prozesse und Parameter visuell darzustellen und (be)greifbar zu machen – ein essenzieller Bestandteil für einen erfolgreichen Wissenstransfer.

CV
Simon von Schmude wurde in Berlin geboren und hat von 2014 bis 2019 Interaktions- und Produktdesign an der Weißensee Kunsthochschule Berlin studiert. Seit 2018 arbeitet er frei als Produktdesigner im studio 7.5 in Berlin. Darüber hinaus war Simon von Schmude 2018 bis 2019 auch als Tutor des eLab für interaktive Technologien an der Weißensee Kunsthochschule Berlin tätig. Bei der Beantwortung von Fragen und Bedürfnissen macht sich der Designer das Aneignen, Erforschen und Entwickeln von Prototypen zu verschiedenen Technologien und Prozessen zunutze, verliert aber niemals die menschliche Wahrnehmung sowie deren Gewohnheiten und Rituale aus den Augen. Er selbst versteht sich als kreativer Technologe, der mithilfe von Prototypen nicht nur Lösungen entwickelt, sondern auch neue Designqualitäten erforscht und entdeckt.

What is it?
SwarmLab is a virtual environment that makes it possible to design and examine swarms, much like CAD applications enable the virtual creation of geometrical designs.

As a simulation environment, SwarmLab enables the development of artificial swarms through an iterative process of simulation, observation and reconfiguration. This evolutionary process unlocks the significant potential of swarms as a technology with many fields of application and possible user groups. Swarms have already proven their potential as a solution to a range of multifaceted problems (of varying sizes and in different locations) in nature. They are flexible, robust, and operate in a way that can easily be understood by observers. SwarmLab’s aim is to make these qualities usable in design processes.

What role did design research play?
Even during his time at university, Simon von Schmude considered research an integral aspect of the design process. The way he sees it, no project can come about without a context – and research provides a good opportunity to both better understand existing contexts and make it possible to grasp potential contexts. For this designer, therefore, every design process is associated with the creation of knowledge and, as such, amounts to research in and of itself.

When tackling the topic of swarm intelligence in earlier projects, the designer kept noticing ways that understanding and using swarms could hold significant potential for design. The user interface of SwarmLab draws on the spatial configuration of physical lab environments. The application is divided into a number of different working areas and uses various analogue gestures and objects for its processes. While working on his final project, Simon von Schmude was particularly interested in seeing how many new applications might be revealed – potentially for the first time – by utilising swarms. In product development, the solution of a problem is usually associated with the creation of a problem-solving object. In the case of SwarmLab, the swarms can be understood as object groups that exhibit problem-solving interactions.

Why was the project nominated?
With SwarmLab, Simon von Schmude has taken on an extremely complicated topic. Not only has he applied scientific knowledge from another field to design, but he has devised an application that enables other designers to try out new methods and profit from the creative development of new problem-solving approaches. Furthermore, he has not simply created a black box but has attempted to visually represent processes and parameters and make them comprehensible – an essential component of successful knowledge transfer.

CV
Simon von Schmude was born in Berlin and studied interface and product design at the Weißensee Academy of Art Berlin from 2014 to 2019. He has been working as a freelance product designer at studio 7.5 in Berlin since 2018. In addition to this, Simon von Schmude was a tutor at the eLab Laboratory for Interactive Technologies at the Weißensee Academy of Art Berlin from 2018 to 2019. When answering questions and addressing requirements for his projects, the designer researches, develops and learns to use prototypes for different technologies and processes. In all this, however, he never loses sight of human perception, habits and rituals. He sees himself as a creative technologist who uses prototypes not just to develop solutions but also to explore and discover new design qualities.

http://www.simonvs.de