Camping, Nomadending.

Johannes Rühle

Januar / January - 2019

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Was ist es?

Es ist ein reversibles System zum Ausbau von verschiedenen Fahrzeugtypen zu funktionellen Wohnräumen.

Was ist das Thema?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sozialen Phänomen von Camping. Ausgangslage war die Eingrenzung des Themas auf Fahrzeug-Reisen. Mit der daraus resultierenden Möglichkeit des individuellen Reisens mit wenig vorgegebenen Parametern entsteht ein Spannungsfeld, welches sich in dieser Form mit den Themen Komfort, dem praktischen Nutzen, aber auch mit Defizit- und Wachstumsbedürfnissen, Mehrfachnutzung sowie Nachhaltigkeit auseinandersetzt.

Warum sieht es so aus?

Das Objekt steht sowohl formal als auch philosophisch in Bezug zum Konstruktivismus bzw. den Konstruktivsten des 20. Jahrhunderts. Es setzt sich aus diskreten Knoten, Linien und Flächen zusammen. Ausgangspunkt des dargestellten Objektes war die vorherige Ausarbeitung eines Baukastensystems, an welchem sich die dargestellte Lösung für ein Fahrzeug des Typs Van/Transporter bedient. Die enge Rasterung und die variabel einsetzbaren Verbinder, Profile, und Flächen erlauben es jedem Reisenden, ein eigenes, an die Bedürfnisse angepasstes Gerüst und damit eine eigene Realität zu erzeugen. „[…] Konstruktivismus ist reiner Inhalt, er ist unabhängig von Bilderrahmen und Sockel […]“ László Moholy-Nagy

Was ist das Besondere?

Die absolut auf minimale, praktische Funktion fokussierte, sowie die daraus resultierende pure und minimal-mechanische Ästhetik, die sich in der Formensprache auch innerhalb von Raumstationen wiederfindet.

Was ist neu?

Das Fahrzeug-Ausbau-System ist individuell an unterschiedliche Fahrzeuge und Bedürfnisse anpassbar. Und durch die Reversibilität ermöglicht es eine Mehrfachnutzung von Fahrzeugen als Wohn-, Reise- und Transportmobil.